Die saarländische Wirtschaft will von der sicherheitspolitischen Neuausrichtung Deutschlands profitieren – und zwar systematisch. Rund 130 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Mittelstand, Bundeswehr, Kammern und Politik kommen am Donnerstag im Haus der Wirtschaftsförderung in Saarbrücken zusammen, um den zweiten Runden Tisch Rüstung auszurichten. Unter dem Titel „Defense Economy Hub Saarland“ entsteht dort eine Plattform, die regionale Stärken gezielt mit den Anforderungen einer wachsenden Branche verzahnen soll.
Veranstalter sind das Wirtschaftsministerium, die IHK Saarland und die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar (gwSaar). Sie reagieren damit auf den großen Zuspruch der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr. Viele Unternehmen hatten sich ein dauerhaftes Austauschformat gewünscht – nun soll der Dialog verstetigt werden.
Für Wirtschaftsminister Jürgen Barke ist die Stoßrichtung klar: „Die sicherheits- und verteidigungspolitische Zeitenwende ist längst auch ein industriepolitisches Zukunftsthema.“ Das Saarland verfüge über einen starken industriellen Mittelstand, qualifizierte Fachkräfte und innovative Technologien. „Diese Stärken wollen wir gezielt mit den Anforderungen der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft zusammenbringen und unseren Unternehmen neue Wachstumschancen eröffnen.“
Ähnlich positioniert sich die IHK. „Das Saarland ist in dieser Zeitenwende kein Zuschauer“, betont Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé. Gelinge es, die regionalen Stärken konsequent zu bündeln, leiste man nicht nur einen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit des Landes, sondern stärke zugleich den eigenen Standort durch zusätzliche Wertschöpfung und neue Perspektiven.
Im Zentrum der Veranstaltung steht die Vorstellung einer neuen Koordinierungsstelle Defense & Security, die bei der gwSaar angesiedelt ist. Sie hat ihre Arbeit bereits aufgenommen und versteht sich als zentrale Anlaufstelle für Firmen, die in das Geschäftsfeld einsteigen oder ihre Aktivitäten ausweiten wollen. Geschäftsführer Thomas Schuck beschreibt das Aufgabenspektrum als breit: Es reiche von Vernetzung über Förderfragen und regulatorische Orientierung bis hin zur Begleitung von Ansiedlungen und Erweiterungen.
Fachliche Impulse liefern an diesem Tag drei Stimmen aus unterschiedlichen Perspektiven. Nadja Ohl vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) erläutert die Rolle der Bundeswehr als Auftraggeberin. Dr. Robert Weihofen von Rheinmetall spricht über den Einstieg in die Verteidigungswirtschaft, während Dietrich Boß von PwC Deutschland die Anforderungen entlang der Wertschöpfungsketten der Branche beleuchtet.
Flankiert wird das Programm von mehreren Fördertischen, an denen Beratungs- und Förderinstitutionen über konkrete Unterstützungsangebote informieren. Der Fokus liegt dabei besonders auf kleinen und mittleren Unternehmen, denen der Zugang zu neuen Märkten und Geschäftsfeldern erleichtert werden soll – ein Bereich, in dem regulatorische Hürden und Kontaktanbahnung oft als die größten Hindernisse gelten.



















