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Nach mehr als drei Jahren Stillstand kehrt Bewegung in den Markt für Biomethan zurück: Die Bundesnetzagentur hat zum Gebotstermin am 1. April 2026 erstmals seit Herbst 2022 wieder Zuschläge an Biomethanprojekte vergeben. Parallel dazu fielen die Ergebnisse der Biomasseausschreibung gemischt aus – die Nachfrage blieb hinter dem ausgeschriebenen Volumen zurück, die Preise hielten sich dennoch.

„Bei der Biomasseausschreibung lag die eingereichte Gebotsmenge unterhalb des ausgeschriebenen Volumens, die Gebotswerte blieben dennoch weitgehend stabil“, erklärt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Er ergänzt: „Erstmals seit 2022 konnten wir wieder Biomethan-Projekten einen Zuschlag erteilen.“ Eine Botschaft, die in der Branche aufhorchen lässt, denn die jahrelange Flaute galt vielen als Symptom überholter Rahmenbedingungen.

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Im Segment Biomasse trafen 727 Megawatt ausgeschriebenes Volumen auf 494 Gebote mit zusammen 637 Megawatt. Damit war die Runde unterzeichnet. Letztlich erhielten 388 Gebote mit einem Volumen von 491 Megawatt den Zuschlag, 29 Angebote musste die Behörde aus dem Verfahren nehmen. Die gesetzlich vorgesehene Reduktion bei Unterzeichnung griff: Bezuschlagt wurden nur 80 Prozent des Volumens der zugelassenen Gebote.

Die ermittelten Zuschlagswerte bewegen sich in einer Spanne von 12,05 bis 19,38 Cent je Kilowattstunde, der mengengewichtete Durchschnitt liegt bei 18,46 Cent. Räumlich zeichnet sich erneut ein vertrautes Bild ab: Bayern führt mit 123 Megawatt aus 111 Zuschlägen das Feld an, gefolgt von Niedersachsen mit 105 Megawatt. Nordrhein-Westfalen kommt auf 55 Megawatt, Schleswig-Holstein auf 47 Megawatt.

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Deutlich bemerkenswerter ist der zweite Teil des Verfahrens. Bei den Biomethananlagen standen 61 Megawatt zur Vergabe bereit, sechs Gebote mit insgesamt 38 Megawatt gingen ein – und sämtliche erhielten einen Zuschlag. Ausschlüsse gab es nicht. Damit endet eine Durststrecke, die seit Oktober 2022 angedauert hatte und in der das Segment regelmäßig leer ausging.

Der Wendepunkt hat einen regulatorischen Hintergrund. In dieser Runde griff erstmals das sogenannte Biomassepaket, dessen Regelungen die Europäische Kommission im September 2025 beihilferechtlich abgesegnet hatte. Die Neuerungen verbessern die Konditionen für Biomethan spürbar. Zusätzlich hob die Bundesnetzagentur den Höchstwert für dieses Segment in den Ausschreibungen des Jahres 2026 um zehn Prozent auf 23,13 Cent je Kilowattstunde an.

Dass der Preisdeckel den Markt eng begleitet, zeigen die Zahlen: Die Zuschlagswerte reichen von 22,99 bis 23,12 Cent je Kilowattstunde, der mengengewichtete Durchschnitt liegt bei 23,08 Cent – nur einen Wimpernschlag unter dem Maximum. Regional dominiert Sachsen mit 20 Megawatt aus zwei Zuschlägen, gefolgt von Niedersachsen mit sieben Megawatt, Nordrhein-Westfalen mit sechs und Schleswig-Holstein mit fünf Megawatt.

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Für die kommenden Termine sind die Weichen bereits gestellt. Die nächste Runde für Biomethanprojekte ist auf den 1. September 2026 datiert, jene für Biomasse folgt am 1. Oktober 2026. Ob die jetzige Belebung im Biomethansegment zur Trendwende wird oder eine Momentaufnahme bleibt, dürfte sich dann zeigen.

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