Foto: Katrin Lauer
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Wieder treibt eine dicke Schaumdecke auf dem Homburger Erbach – und wieder bleiben die Verantwortlichen Antworten schuldig. Für den Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Saarpfalz ist damit eine Grenze überschritten. Die Partei verlangt ein entschlossenes Eingreifen der zuständigen Behörden und einen verbindlichen Katalog an Maßnahmen, der Erbach und Blies dauerhaft schützen soll.

Auslöser des erneuten Vorstoßes sind aktuelle Aufnahmen vom 2. Juni 2026, die großflächige Schaumteppiche auf dem Gewässer zeigen. Auf Nachfrage der Homburger Grünen verwies der Entsorgungsverband Saar (EVS) darauf, dass die Ablaufwerte der örtlichen Kläranlage weiterhin unter den gesetzlichen Grenzwerten lägen. Auch Leuchtbakterientests hätten keine Hinweise auf eine erhöhte Fischgiftigkeit ergeben. Zugleich räumt der EVS ein, dass die eigentliche Ursache der Schaumbildung nach wie vor im Dunkeln liege. Schon Anfang Mai seien die Stadt Homburg und das Landesamt für Umwelt eingebunden worden – ohne neue Erkenntnisse.

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„Seit Jahren prangern wir Grüne die immer wiederkehrenden Schaumbildungen im Erbach an, passiert ist jedoch nichts“, kritisiert Lisa Becker, Vorsitzende des Kreisverbands und Spitzenkandidatin für den Wahlkreis Neunkirchen bei der Landtagswahl 2027. Solche Schaummengen, so Becker, dürften nicht als gewöhnliches Phänomen verharmlost werden. Wenn bisherige Untersuchungen keine Klarheit brächten, müssten andere Wege beschritten werden.

Besonders schwer wiegt aus Sicht der Grünen, dass der Erbach in die Blies mündet. Mögliche Belastungen würden so unmittelbar in ein größeres Gewässersystem hineingetragen. In der Verantwortung sehen Becker und ihre Mitstreiterinnen das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA), den EVS sowie den Eigenbetrieb Stadtentwässerung der Stadt Homburg. Sie alle seien gefordert, Ursachen einzugrenzen, mögliche Verursacher zu identifizieren und Gegenmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

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Die Einhaltung einzelner Grenzwerte greife zu kurz, argumentiert Becker. „Neben der Einhaltung der Grenzwerte sind auch die Regelungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sowie die Vorgaben der Kommunalabwasserrichtlinie einzuhalten. Das Ziel eines ökologisch guten Gewässerzustandes muss viel stärker in den Fokus gerückt werden. Wer Gewässer schützen will, muss die Ursachen beseitigen. Der Verursacher muss in die Pflicht genommen werden.“

Ins Spiel bringen die Grünen auch die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zeigten, dass PFAS inzwischen in zahlreichen Gewässern und sogar im Trinkwasser nachweisbar seien – und dass Kläranlagen diese Stoffe nur unvollständig zurückhalten könnten. „Wenn sich in einem Gewässer wiederholt derart auffällige Schaumbildungen zeigen und die Ursache weiterhin ungeklärt ist, müssen auch PFAS und andere schwer abbaubare Stoffgruppen in die Untersuchungen einbezogen werden“, fordert Becker.

Sorgen bereitet dem Kreisverband zudem die Tierwelt. Wiederkehrende Schaumbildungen könnten Fischlaich, Wasserinsekten und andere Gewässerorganismen empfindlich treffen. Auch die Entwicklung geschützter Arten gerate ins Blickfeld: „Der Fischotter wurde in diesem Jahr erst sieben Mal, im letzten Jahr 43-mal an der Blies gesichtet. Ein Indiz dafür, dass sich die Gewässerqualität bereits verschlechtert haben könnte“, so Becker. Der Schaum verschwinde nicht einfach, sondern werde über den Erbach in die Blies getragen – ein Problem, das weit über die Stadtgrenzen hinausreiche.

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Konkret verlangen die Grünen einen verbindlichen Maßnahmenkatalog: eine systematische Untersuchung möglicher Einleiter, eine verbesserte Eigenkontrolle im Kanalnetz, regelmäßige Analysen auf Tenside, PFAS und andere langlebige Stoffgruppen, die Auswertung vorhandener Datenbestände sowie eine transparente Berichterstattung gegenüber Öffentlichkeit und Homburger Stadtrat. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht Antworten“, betont Becker. „Nach den wiederholten Vorfällen darf es nicht bei der Feststellung bleiben, dass keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Jetzt müssen endlich Konsequenzen folgen.“

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