Der Drucker spuckt nichts mehr aus, der Rechner friert mitten in der Präsentation ein, und im Online-Meeting hört einen plötzlich niemand mehr. Solche Momente kennt fast jeder – und für viele beginnt dann die eigentliche Hürde: jemanden um Hilfe zu bitten. Wie eine repräsentative Erhebung des Digitalverbands Bitkom zeigt, empfindet mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland genau das als unangenehm.
36 Prozent der Befragten geben an, andere nur ungern bei IT-Problemen anzusprechen. Gleichzeitig holen sich 78 Prozent letztlich doch Rat bei Familie, Freunden oder Kolleginnen und Kollegen, wenn der digitale Alltag streikt. Rund die Hälfte, genau 51 Prozent, möchte technische Schwierigkeiten am liebsten in Eigenregie aus dem Weg räumen. Für die Untersuchung hatte Bitkom Research zwischen April und Mai dieses Jahres 1.005 Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt.
Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Generationen. 40 Prozent der Männer fällt es schwer, sich Unterstützung zu holen, unter den Frauen sind es 33 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich der Effekt beim Alter: Während fast die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen, nämlich 47 Prozent, ungern um Hilfe bittet, gilt das nur für 30 Prozent der Generation ab 65 Jahren. Ausgerechnet die jüngste Gruppe, die als besonders digital affin gilt, tut sich also am schwersten damit, eigene Wissenslücken zuzugeben.
„Digitale Technologien entwickeln sich schnell, und nicht jedes Problem lässt sich auf Anhieb allein lösen“, sagt Leah Schrimpf, Leiterin Digitale Gesellschaft beim Bitkom. Umso wichtiger sei es, dass Menschen im Alltag niedrigschwellige Unterstützungsangebote fänden und ihre digitalen Kompetenzen kontinuierlich weiterentwickeln könnten. Genau hier, so Schrimpf, setze der Digitaltag mit seinen vielfältigen Angeboten an.
Der bundesweite Aktionstag findet am 26. Juni 2026 statt. In ganz Deutschland sind dazu zahlreiche Veranstaltungen geplant, die dabei helfen sollen, neue Technologien auszuprobieren und den Umgang mit Geräten und Anwendungen sicherer zu machen. Das Angebot richtet sich an alle Altersgruppen – vom Smartphone-Einsteiger bis zur erfahrenen Nutzerin, die sich an Themen wie Künstliche Intelligenz herantasten möchte.
Dass viele Menschen längst auch selbst zu Ansprechpartnern für andere geworden sind, zeigt die Befragung ebenfalls. 45 Prozent der Deutschen sagen, sie könnten anderen bei Fragen rund um digitale Geräte und Anwendungen häufig weiterhelfen. Zwischen Männern und Frauen ist der Unterschied dabei gering, 47 zu 44 Prozent. Bei den Generationen klafft die Schere allerdings weit auseinander: Während 52 Prozent der unter 30-Jährigen sich als kompetente Helferinnen und Helfer einstufen, trauen sich das in der Gruppe ab 65 Jahren nur 26 Prozent zu. Der Digitaltag soll nun beide Seiten zusammenbringen – diejenigen, die fragen wollen, und jene, die ihr Wissen weitergeben können.






















