Sämtliche öffentlichen weiterführenden Schulen im Saarland werden sich ab dem Schuljahr 2026/27 an der neu geschaffenen Landesweiten Systematischen Medienausleihe beteiligen – ein Signal, das sowohl im Bildungsministerium als auch bei den kommunalen Schulträgern als Durchbruch gewertet wird. Mit der LSMS entsteht erstmals ein landesweit einheitliches System, das gedruckte Schulbücher und digitale Lernmittel unter einem Dach zusammenführt und die Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit mobilen Endgeräten verbindlich regelt.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sieht in der geschlossenen Teilnahme aller Schulen einen Vertrauensbeweis: „Das zeigt, dass Land, Schulträger und Schulgemeinschaften Verantwortung übernehmen, um gemeinsam die Digitalisierung unserer Bildungslandschaft verlässlich und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“ Die LSMS schaffe den Rahmen, damit digitale und analoge Unterrichtsformen pädagogisch sinnvoll ineinandergreifen könnten. Zugleich verwies die Ministerin auf die aktuelle Bitkom-Studie zur digitalen Bildung, in der das Saarland bundesweit zu den führenden Ländern zählt. „Konsequente Investitionen in digitale Infrastruktur, moderne Lernmittel und pädagogische Konzepte zahlen sich aus“, betonte Streichert-Clivot.
Auch auf Seiten der kommunalen Schulträger fällt die Bilanz positiv aus. Patrik Lauer, Vorsitzender des saarländischen Landkreistages, ordnete die LSMS als konsequente Fortsetzung eines Weges ein, den Landkreise und der Regionalverband Saarbrücken seit dem Digitalpakt 2019 und verstärkt während der Coronapandemie beschritten hätten. „Uns ist es sehr wichtig, dazu beizutragen, dass die Eltern durch eine flächendeckende und einheitliche Beschaffung der Schulträger entlastet werden“, sagte Lauer. Er zeigte sich erfreut darüber, dass nun alle Schulen mitziehen und der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Lernformen zum Allgemeingut an den weiterführenden Schulen werde.
Rechtlich abgesichert wird das neue System durch die Medienausleiheverordnung, kurz MAus-VO. Sie legt klare Zuständigkeiten fest, definiert einheitliche Standards und organisiert die Beschaffungsprozesse zentral. Für die Schulen bedeutet das weniger Verwaltungsaufwand, für Familien eine spürbare Entlastung im Alltag – denn die Anschaffung teurer Geräte oder Materialien auf eigene Faust entfällt.
In der Praxis sollen Schülerinnen und Schüler künftig sowohl gedruckte als auch digitale Lernmittel über die Ausleihe erhalten, ergänzt um moderne mobile Endgeräte. Welche Medien konkret zum Einsatz kommen, entscheiden die einzelnen Schulen weiterhin selbst – auf Grundlage ihrer jeweiligen pädagogischen Medienkonzepte und unter Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft. Die LSMS gibt also den Rahmen vor, lässt den Schulen aber Spielraum bei der inhaltlichen Ausgestaltung.
Dass das Saarland mit diesem Modell einen eigenen Weg geht, dürfte über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erzeugen. Während in vielen Bundesländern die Frage, wer digitale Endgeräte finanziert und verwaltet, nach wie vor zwischen Land, Kommunen und Eltern umstritten ist, hat das kleinste Flächenland eine Lösung gefunden, die alle Beteiligten mittragen. Ob sich der Ansatz im Schulalltag bewährt, wird sich ab dem kommenden Schuljahr zeigen – die Voraussetzungen dafür sind mit der vollständigen Beteiligung aller öffentlichen weiterführenden Schulen jedenfalls geschaffen.




















