Mehr als sechs Jahrzehnte im Dienst der Feuerwehr, und noch immer kein Ende in Sicht: Albert Zitt aus Hassel ist zum Beauftragten für die Alters- und Ehrenwehr im Bereich der Feuerwehren des Saarpfalz-Kreises bestellt worden. Landrat Frank John empfing den 80-Jährigen, der das Bundesverdienstkreuz am Bande trägt, am 19. Mai in der Kreisverwaltung in Homburg – nicht nur, um ihm das neue Amt offiziell zu übertragen, sondern auch, um einem Mann Dank auszusprechen, dessen ehrenamtlicher Einsatz weit über die Grenzen seiner Heimatstadt St. Ingbert hinausreicht.
Gemeinsam mit Brandinspekteur Stefan Schrögler nahm Zitt die Bestellung entgegen. In seiner neuen Funktion soll er den Brandinspekteur sowie die Wehrführer der örtlichen Feuerwehren beratend unterstützen – eine Aufgabe, die angesichts des demografischen Wandels und der stetig wachsenden Zahl ehemaliger aktiver Einsatzkräfte zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zitt selbst nahm die Ernennung mit sichtbarer Entschlossenheit an: „Diese Bestellung ist mir eine Ehre. Ich werde mein Amt nach allen Möglichkeiten erfüllen, solange es meine Gesundheit zulässt.“ Gleichzeitig vergaß er nicht, seiner Frau zu danken: „Meine mehr als 200 Termine pro Jahr im Saarland und darüber hinaus wären ohne den großen Rückhalt meiner Frau nicht zu bewältigen – so wie es generell bei den Ehefrauen von Feuerwehrleuten ist.“
Zitts Feuerwehrlaufbahn begann 1963 im Löschbezirk Hassel. Über Jahrzehnte hinweg übernahm er dort wachsende Verantwortung, was ihm unter anderem das silberne und goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen sowie das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber und Gold einbrachte. 2005 erreichte er die Altersgrenze für den aktiven Dienst, doch an Ruhestand war für den Oberbrandmeister a.D. nie zu denken. Stattdessen leitet er seither den Fachausschuss für die Altersabteilung des Landesfeuerwehrverbandes Saarland und gehört seit mehr als 15 Jahren dem Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Saarpfalz an.
Sein Wirken beschränkt sich dabei keineswegs auf organisatorische Arbeit hinter den Kulissen. Zitt schafft Begegnungen innerhalb der saarländischen Feuerwehrfamilie und fördert gezielt den Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen – ein Aspekt, den Brandinspekteur Schrögler besonders hervorhob: „Albert Zitt ist allseits anerkannt und geschätzt. Er pflegt mit hohem Engagement seine Verbundenheit zu den Feuerwehren und ist so die ideale Besetzung für das Amt des Beauftragten.“ Dass Zitt darüber hinaus während der Corona-Pandemie soziales Engagement zeigte, floss ebenso in die Begründung für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ein wie seine kommunalpolitische Arbeit.
Denn neben der Feuerwehr prägt Zitt auch die Politik in seiner Heimat. Dem St. Ingberter Stadtrat gehört er seit 2022 erneut für die SPD-Fraktion an, wo er im Bau- und Werksausschuss mitarbeitet. Zuvor war er bereits im Ortsrat aktiv. Landrat Frank John, selbst der Feuerwehr eng verbunden und mit einem Alarmmelder ausgestattet, fasste seine Wertschätzung in deutliche Worte: „Ich kenne Albert Zitt seit Jahren. Als verlässlicher Ansprechpartner in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen verbindet er soziale Verantwortung und Feuerwehrkultur beispielgebend. Sein außergewöhnliches Wirken verdient hohe Anerkennung.“
Mit der offiziellen Bestellung zum Beauftragten für die Alters- und Ehrenwehr erhält ein Mann ein Amt, das wie auf ihn zugeschnitten wirkt. Albert Zitt verkörpert jene Verbindung aus Erfahrung, Leidenschaft und Pflichtbewusstsein, die das Ehrenamt im Feuerwehrwesen so unverzichtbar macht – und er denkt offenkundig nicht daran, damit aufzuhören.















