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Drei Projekte aus dem Saarland, die auf ganz unterschiedliche Weise zeigen, was gute Hochschullehre leisten kann, hat die Landesregierung am 13. März 2026 mit dem Landespreis Hochschullehre ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung fand in der Alten Evangelischen Kirche St. Johann in Saarbrücken statt, Gastgeberin war die Hochschule für Musik Saar. Insgesamt flossen 48.000 Euro Preisgeld an die Gewinnerinnen und Gewinner des Hauptpreises, ergänzt durch einen mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis für studentisches Engagement – bereits zum dritten Mal in der 23-jährigen Geschichte der Auszeichnung.

Wissenschaftsstaatssekretär Wolfgang Förster würdigte die Preisträger mit deutlichen Worten: „Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie innovative Hochschullehre im Saarland praktiziert wird. Lehrende und Studierende entwickeln gemeinsam neue Formate, die das Studium praxisnäher machen und effektiv wichtige Kompetenzen vermitteln.“ Mit dem Preis wolle die Landesregierung genau dieses besondere Engagement sichtbar machen und fördern.

Den mit jeweils 24.000 Euro dotierten Hauptpreis teilen sich zwei Projekte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Dr. Sinan Durant von der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes erhielt die Auszeichnung für sein „Interuniversitäres PJ-Teaching“. Was als saarländische Initiative begann, hat mittlerweile 14 medizinische Fakultäten deutschlandweit erreicht. Das Konzept verbindet praxisnahe Seminare in der Allgemeinmedizin mit digitalen Modulen, die auf Fallbeispiele und strukturiertes Feedback setzen. Studierende im Praktischen Jahr können flexibel teilnehmen, die Evaluationen fallen durchweg positiv aus. Ein Effekt, der über die reine Lehre hinausreicht: Viele Teilnehmende entscheiden sich nach dem Programm für eine Weiterbildung in der Allgemeinmedizin – ein Beitrag zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung, der gerade in ländlichen Regionen Gewicht hat.

Den zweiten Hauptpreis nahm Martin Hennecke von der Hochschule für Musik Saar entgegen. Seine bereits mehrfach ausgezeichneten Lehrkonzepte im Bereich Neue Medien erweitern die klassische Musikausbildung um eine digitale Dimension, die weit über den üblichen Einsatz von Technik im Hörsaal hinausgeht. In seinen Veranstaltungen kommen unter anderem KI-gestützte Verfahren zum Einsatz, bei denen Partituren auf Grundlage von Publikumsreaktionen in Echtzeit verändert und als Live-Remixes umgesetzt werden. Das interdisziplinäre Teamteaching aus Informatik, Physik und Musik eröffnet Studierenden die Möglichkeit, digitale Werkzeuge kreativ zu nutzen und völlig neue Konzertformate zu entwickeln.

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Der Sonderpreis für studentisches Engagement ging an Maria Römbke und Julien Wallasch, ebenfalls von der Medizinischen Fakultät in Homburg, für die „Teddyklinik Homburg“. Hinter dem Namen verbirgt sich eine ehrenamtliche Initiative, bei der mehr als 180 Medizinstudierende jährlich rund 1.000 Kindern spielerisch die Angst vor dem Arztbesuch nehmen. Die Kinder bringen ihre Kuscheltiere mit, die von den angehenden Medizinerinnen und Medizinern untersucht und „behandelt“ werden – ein Ansatz, der kindgerechte Gesundheitsbildung mit dem Erwerb kommunikativer und praktischer Kompetenzen für die spätere ärztliche Tätigkeit verbindet. Unter der Leitung von Römbke und Wallasch wurde das Projekt weiterentwickelt und 2024 als offizielles Wahlfach in das vorklinische Curriculum aufgenommen. Heute zählt die Teddyklinik zu den größten Initiativen dieser Art in Deutschland.

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Förster fasste die Bedeutung der Preisverleihung abschließend zusammen: „Sie verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit Praxisnähe, gesellschaftlicher Verantwortung und neuen didaktischen Ansätzen. Solche Initiativen stärken nicht nur unsere Hochschulen, sondern den gesamten Wissenschaftsstandort Saarland.“ Eine 14-köpfige unabhängige Jury hatte die eingereichten Vorschläge begutachtet und die Entscheidung über die diesjährigen Preisträger getroffen. Dass alle drei ausgezeichneten Projekte auf ihre Weise Brücken bauen – zwischen Disziplinen, zwischen Theorie und Praxis, zwischen Hochschule und Gesellschaft –, dürfte kein Zufall sein.

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