Foto: MFW
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Die Universität des Saarlandes stellt sich im Öffentlichen Recht, Europarecht und Völkerrecht neu auf: Zum 1. Februar 2026 tritt Prof. Dr. Till Patrik Holterhus seinen Dienst in Saarbrücken an. Der Jurist wechselt von der Leuphana Universität Lüneburg an die Saar und übernimmt zugleich eine zentrale Rolle im traditionsreichen Europa-Institut der Universität.

Die Ernennungsurkunde zum Universitätsprofessor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht erhielt Holterhus am 12. Januar im Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft. Bislang war er Universitätsprofessor für Staats- und Verwaltungsrecht, Internationales Öffentliches Recht sowie Rechtsvergleichung an der Law School der Leuphana Universität Lüneburg. In Saarbrücken wird er nicht nur lehren und forschen, sondern auch als Co-Direktor das Europa-Institut leiten und als Verbundprofessor im Cluster für Europaforschung mitarbeiten.

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Inhaltlich deckt Holterhus ein breites Spektrum ab, das von unions- und völkerrechtlichen Bezügen des deutschen Verfassungsrechts über das Außenverfassungsrecht der Europäischen Union bis hin zum europäischen Binnenmarkt- und Wirtschaftsrecht reicht. Hinzu kommen das institutionelle Völkerrecht, der internationale Menschenrechtsschutz und das Wirtschaftsvölkerrecht. Ein weiterer Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt auf der Theorie der Rechtsstaatlichkeit in staatlichen und überstaatlichen Herrschaftsordnungen. Zu diesen Themen hat er umfangreich publiziert, zuletzt als Herausgeber des „Handbuch Europäische Souveränität“.

Seine akademische Laufbahn ist stark international ausgerichtet. Holterhus ist Gründer und Vorsitzender der „Interest Group on the European and International Rule of Law“ bei der „European Society of International Law (ESIL)“. Vor kurzem war er auf Einladung der Harvard Law School in den USA zu Gast und hielt am Minda de Gunzburg Center for European Studies einen Vortrag zum Thema „EU Supranational Militant Democracy“. Studium, Lehre und Forschung führten ihn unter anderem in die USA nach Berkeley und Yale, nach China an die Universität Nanjing, nach Frankreich nach Paris, nach Irland nach Galway, nach Ungarn nach Budapest sowie nach Österreich nach Innsbruck.

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Neben Forschung und Lehre engagiert sich Holterhus auch in der sogenannten „Dritten Mission“, also im Austausch mit Politik und Öffentlichkeit. Er tritt regelmäßig in Rundfunk und Zeitungen auf, wirkt als Sachverständiger in Anhörungen des Deutschen Bundestages mit und berät die Bundesregierung, politische Parteien und Think-Tanks. Im Februar 2026 richtet er gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Auswärtigen Amt die interdisziplinäre Konferenz „Wirtschaftssicherheit zwischen strategischer Selbstbehauptung und Geoökonomie“ im Europasaal des Auswärtigen Amtes aus. Zudem hat er zuletzt die Autorenschaft für das Heft „Der Rechtsstaat“ in der Reihe „Informationen zur politischen Bildung/IzpB“ („Schwarze Hefte“) der Bundeszentrale für politische Bildung übernommen, dessen Erstauflage 500.000 Exemplare umfasst.

Mit der Berufung von Till Patrik Holterhus verbindet die Universität des Saarlandes auch Erwartungen an die Weiterentwicklung des Europa-Instituts. Als Co-Direktor soll er die erfolgreiche Arbeit der Einrichtung fortführen und inhaltlich ausbauen, insbesondere mit Blick auf aktuelle Herausforderungen der europäischen Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, die Zukunft der europäischen Integration und die Resilienz der internationalen Rechtsordnung. Das Europa-Institut feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen und gehört seit seiner Gründung zu den ältesten und etabliertesten Einrichtungen für europäisches und internationales Recht in Deutschland.

Holterhus bringt dafür eine breit angelegte juristische Ausbildung mit. Er studierte Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen und absolvierte zusätzlich das Magisterstudium „Rechtsintegration in Europa“ an den Universitäten Göttingen und Galway. Nach seiner Promotion zum europäischen Verwaltungsprozessrecht an der Universität Göttingen und dem Referendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts Düsseldorf, mit einer Station unter anderem am Bundesverfassungsgericht, schloss er ein Masterstudium (LL.M.) an der Yale Law School in den USA an. Seine Habilitation legte er 2022 zum Thema „Der extrovertierte Rechtsstaat“ vor.

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Nach Vertretungsprofessuren an der Universität Göttingen und der Humboldt-Universität zu Berlin wurde Holterhus 2023 an die Leuphana Universität Lüneburg berufen. Dort übernahm er die Professur für Staats- und Verwaltungsrecht, Internationales Öffentliches Recht sowie Rechtsvergleichung und leitete seit 2023 das Center for European and International Law. Mit dem Wechsel an die Universität des Saarlandes verlagert er nun seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt nach Saarbrücken, wo er Forschung, Lehre und europäische Vernetzung an einer traditionsreichen Adresse des Europa- und Völkerrechts fortsetzen wird.

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