Der FC 08 Homburg hat seine Mini-Durststrecke beendet und im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers verdient mit 2:1 gewonnen. Vor lediglich 1.112 Zuschauern im Homburger Waldstadion war Minos Gouras der Matchwinner. Der Flügelspieler traf doppelt und belohnte sich nach schwierigen Wochen mit einer überzeugenden Leistung. Mit diesem Erfolg rücken die Grün-Weißen wieder näher an die oberen Tabellenplätze heran.
Trainer Roland Seitz hatte seine Startelf im Vergleich zum 3:3 in Fulda auf gleich fünf Positionen umgebaut – und lag mit seinen Entscheidungen goldrichtig. Gouras, Mendler, Gonçalves, Petermann und Kober rückten in die Anfangsformation. Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie, in der beide Teams auf schwierigen Platzverhältnissen versuchten, spielerische Akzente zu setzen. Nach acht Minuten musste FCH-Keeper Michael Gelterstmals eingreifen, als er einen Versuch von David Tomic entschärfte. Kurz darauf setzte Mendler einen Schuss knapp am Pfosten vorbei.
Nach einer halben Stunde hatten die Homburger das Geschehen besser im Griff – und nutzten ihre erste richtig klare Chance eiskalt. Nach einer starken Balleroberung im Mittelfeld und präzisem Steckpass von Ken Mata blieb Gouras vor dem Tor eiskalt und schob überlegt zur 1:0-Führung ein (34.). Kurz darauf verhinderte Gelt mit einer starken Parade den Ausgleich, als Lukas Kiefer aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Die Defensive stand insgesamt sicher, und so ging es mit einer verdienten Führung in die Pause.
Direkt nach Wiederanpfiff erhöhte der FCH auf 2:0: Nach einem langen Ball von Frederic Baum bediente Markus Mendler punktgenau den Torschützen des Tages mit einer präzisen Flanke – Gouras traf aus spitzem Winkel zum zweiten Mal (47.). Es war der zweite Treffer des Offensivmanns, der in den vergangenen Wochen oft auf der Bank gesessen hatte und zuletzt schon bei seinen Einwechslungen eine aufsteigende Formkurve nachwies. „Ich habe immer weiter Gas gegeben und an mich geglaubt“, sagte Gouras nach der Partie. „Der Trainer weiß, was er an mir hat – heute hat sich das ausgezahlt.“Der Doppelschlag verlieh Sicherheit, doch die Kickers blieben gefährlich. Zaiser traf nach einer Stunde aus Abseitsposition, und in der 75. Minute hatte Mauersberger Pech, als sein Kopfball an die Latte klatschte.
In einer turbulenten Schlussphase blieben die Gäste aus Stuttgart aber gefährlich und kamen in der Schlussphase durch zwei Strafstöße zu ihren besten Möglichkeiten. Beim ersten Elfmeter (77.) ahnte Gelt die Ecke und parierte stark gegen Tomic, der auch beim zweiten Versuch (86.) antrat und diesmal sicher verwandelte. „Ich kenne ihn gut“, erklärte Gelt. „Beim ersten Mal habe ich mich richtig entschieden, beim zweiten Mal hat er mich angeschaut und anders geschossen – das ist dann schwer.“
Trainer Roland Seitz zeigte sich trotz der beiden Elfmeter zufrieden mit der Reaktion seiner Mannschaft: „Wir haben es uns durch zwei unnötige Aktionen selbst schwer gemacht, aber insgesamt war das hochverdient. Der Gegner hatte viel Ballbesitz, aber wir haben gut verteidigt und die wichtigen Szenen für uns entschieden.“ Gleichzeitig lobte Seitz die Entwicklung seines Teams: „Wir sehen jetzt, dass die Jungs, die reinkommen, sofort Impulse bringen. Das war am Anfang der Saison nicht so – inzwischen funktioniert das Zusammenspiel besser.“ Auch Matchwinner Minos Gouras zeigte sich zufrieden, aber geerdet: „Natürlich freue ich mich über die beiden Tore. Ich habe lange auf so einen Tag hingearbeitet. Aber wichtiger ist, dass wir als Team wieder ein Zeichen gesetzt haben. Wir wollten nach Fulda eine Reaktion zeigen – das ist uns gelungen.“
Tatsächlich zeigten die Grün-Weißen eine reife Vorstellung. Defensiv kompakt, offensiv zielstrebig – und mit mehr Konsequenz als zuletzt in Fulda. Auch mental war das Team stabiler. Selbst nach dem Anschlusstreffer geriet die Mannschaft nicht ins Wanken. „Wir waren diesmal gefestigt, da hat keiner die Nerven verloren“, sagte Seitz. Dass die Gäste in den Schlussminuten noch einmal Druck machten, spricht für deren Qualität – änderte aber nichts daran, dass der FCH über 90 Minuten die reifere und entschlossenere Mannschaft war.
Mit dem sechsten Saisonsieg rückt der FCH in der Tabelle der Regionalliga Südwest auf Rang sieben vor und verkürzt den Rückstand auf die oberen Plätze. Es war ein Arbeitssieg, aber ein verdienter – und einer, der das Selbstvertrauen stärkt. „Wir wissen, dass wir mehr können, als die Tabelle aktuell zeigt“, meinte Gouras. „Wenn wir so weitermachen, ist in dieser Saison noch einiges drin.“ Am kommenden Samstag steht für Homburg das letzte Auswärtsspiel der Hinrunde an. Dann geht es zum Aufsteiger FC Bayern Alzenau (Anstoß 14 Uhr).


















