So viele Menschen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr haben im Saarland den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Mit 3.640 Neugründungen im Jahr 2025 verzeichnet das Bundesland seinen höchsten Wert seit zehn Jahren – und übertrifft damit sogar den bundesweiten Durchschnitt. Die Zahlen, die auf Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn basieren, umfassen sowohl gewerbliche als auch freiberufliche Gründungen.
Gegenüber dem Vorjahr, in dem 3.310 Gründungen registriert wurden, bedeutet das einen Zuwachs von rund zehn Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit lag das Plus bei 9,7 Prozent. Das Saarland positioniert sich damit leicht über dem Schnitt und kann sich im Ländervergleich behaupten. Für Wirtschaftsminister Jürgen Barke ist die Entwicklung ein klares Signal: „Die aktuellen Zahlen sind ein großer Erfolg für das Saarland. Sie zeigen, dass wir ein attraktiver und zukunftsfähiger Standort für Gründerinnen und Gründer sind.“
Der Minister sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung der landespolitischen Strategie. „Wir schaffen die richtigen Rahmenbedingungen, damit gute Ideen entstehen und wachsen können“, sagte Barke. Gründungen gäben dem Saarland Dynamik, Zukunft und Sichtbarkeit. Die Aufgabe der Politik bestehe darin, Hürden abzubauen und ein Umfeld zu gestalten, in dem aus Ideen tragfähige Unternehmen werden könnten. Diesen Kurs wolle man fortsetzen und noch mehr Menschen für unternehmerisches Handeln gewinnen.
Tatsächlich hat das Land in den vergangenen Jahren sein Instrumentarium zur Gründungsförderung erheblich erweitert. Neben dem Starter-Stipendium und dem Saarland Accelerator stehen Gründerinnen und Gründern inzwischen Finanzierungswege wie das Startkapitalprogramm, ein Nachrangdarlehen oder das Programm Regio Inno Growth zur Verfügung. Besondere Strahlkraft entfaltet das Projekt „SouthwestX – The Bridge to Innovation“, das den bundesweiten Leuchtturmwettbewerb „Startup-Factories“ gewonnen hat und das Ökosystem für technologieorientierte Neugründungen weiter stärken soll.
Als verlässliche Konstante in der saarländischen Gründungslandschaft gilt seit Jahren die Saarland Offensive für Gründung, kurz SOG. Sie bündelt finanzielle Hilfen mit Beratung, Coaching und Qualifizierung und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen. Formate wie die Gründungsmesse „erfolg“ bieten darüber hinaus eine Plattform für Vernetzung und Sichtbarkeit – beides Faktoren, die nach Einschätzung des Ministeriums unmittelbar auf die positiven Gründungszahlen einzahlen.
Einen besonderen Schwerpunkt legt die SOG auf das Thema Frauen und Gründung. Barke formulierte dazu einen klaren Anspruch: „Unsere Wirtschaft braucht mehr Gründerinnen. Nicht aus Symbolik – sondern aus Überzeugung. Frauen bringen neue Perspektiven in Märkte. Sie denken häufig nachhaltiger und langfristiger. Weibliche Perspektiven sind ein echter Wettbewerbsfaktor.“ Um Frauen gezielt auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen, findet am Freitag, 24. April, ab 13 Uhr ein Gründerinnentag in der IHK Saarland statt.
Ob sich der Aufwärtstrend bei den Gründungszahlen verstetigen lässt, wird auch davon abhängen, wie konsequent das Land seine Förderlandschaft weiterentwickelt. Die jüngsten Zahlen jedenfalls liefern Rückenwind – und das Signal, dass das Saarland als Gründungsstandort ernst genommen werden will.


















