Über 200 Vergissmeinnicht zieren seit einigen Tagen wieder das Blumenbeet der Minigolfanlage in Homburg, gut sichtbar an der L120 gelegen.

Wer zeichnet hierfür verantwortlich? Nun, es ist eine liebgewonnene Pflanzaktion, zu der das Gerontopsychiatrische Netzwerk mit Schwerpunkt Demenz im Saarpfalz-Kreis unter der Leitung von Horst Schneider, Geschäftsführer der Psychosozialen Projekte, jedes Frühjahr einlädt. Das Vergissmeinnicht – es steht für Treue, Liebe und Verbundenheit – soll als beliebter Gartenblüher dauerhaft auf das Thema Demenz und die besonderen Bedürfnisse der an Demenz erkrankten Menschen aufmerksam machen. „Unser Netzwerk mit mehr als 50 Kooperationspartnerinnen und -partnern freut sich, wenn die Vergissmeinnicht-Blumen möglichst viele Menschen erfreuen und symbolisch damit auch für Verständnis und Rücksicht für demenzkranke Menschen werben“, bekräftigte Horst Schneider.

Mit dabei an diesem Tag waren u. a. Landrat Dr. Theophil Gallo, Homburgs Bürgermeister Michael Forster, Andreas Sauder, Leiter des Landesfachstelle Demenz, sowie weitere Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerkes. „Es braucht sicher viel, sehr viel Kraft, einen an Demenz erkrankten Angehörigen zu begleiten. Jemanden im eigenen vollen Bewusstsein Stück für Stück loslassen zu müssen, weil das Gegenüber seine Erinnerungen verliert, stelle ich mir als einen unglaublich schmerzhaften Prozess vor. Daher ist es wichtig, dass unsere Gesellschaft diese Menschen – sowohl die Erkrankten, als auch deren Begleiterinnen und Begleiter – die erforderliche Stütze bietet und sich nicht wegdreht. Es muss nicht das große Ehrenamt sein. Schon kleine Gesten im Alltag sind da von unschätzbarem Wert. Ich bin dankbar, dass das Gerontoypsychiatrische Netzwerk Demenz, das wir mit dem Saarpfalz-Kreis gerne unterstützen, als wichtige Anlaufstelle rund um das Thema fungiert. Ich danke allen, die sich dort engagieren, und allen, die Anteil an der heutigen Pflanzaktion genommen haben“, sagte Landrat Dr. Theophil Gallo.

Mit Vergissmeinnicht-Blumen macht das Gerontopsychiatrische Netzwerk auf das Thema Demenz aufmerksam. – Foto: Sandra Brettar

Auch Bürgermeister Michael Forster bedankte sich bei Horst Schneider, den Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofs und allen an der Pflanzaktion Beteiligten: „Wenn wir wissen, dass fast jeder zehnte Mensch über 65 im Saarland an einer Demenz erkrankt ist, sehen wir, wie wichtig es ist, dieses Thema noch mehr in das gesellschaftliche Bewusstsein zu bringen. Daher leisten wir gern unseren kleinen Beitrag an dieser traditionsreichen Pflanzaktion, die wir unbedingt aufrechterhalten sollten. Besonders froh bin ich über das Engagement von Horst Schneider und allen Partnern, die in diesem Netzwerk Demenz im Saarpfalz-Kreis hier in Homburg eingebunden sind, denn es gehört zu den aktivsten Netzwerken im gesamten Saarland.“

Im Saarland gibt es einen ersten saarländischen Demenzplan, der sich bereits in Fortschreibung befindet und der viele Aktivitäten zu dem Thema Demenz – einige sind bereits durchgeführt – vorsieht. Die Aktionen zur Umsetzung eines demenzfreundlichen Saarlandes finden, wenn auch zurzeit Corona bedingt eingeschränkt, auf regionaler Ebene durch das Gerontoypsychiatrische Netzwerk Demenz statt.

Bei Fragen und Anliegen kann man sich an folgende Netzwerkadresse wenden: Gerontopsychiatrisches Netzwerk mit Schwerpunkt Demenz im Saarpfalz-Kreis, c/o Psychosoziale Projekte gGmbH, Goethestraße 2, 66424 Homburg, Tel. (06841) 93 43-0.

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