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Rund 1,1 Millionen intelligente Messsysteme waren Ende 2025 in Deutschland installiert – ein deutlicher Sprung gegenüber den Vorquartalen. Die Bundesnetzagentur hat am 27. März 2026 ihre aktuellen Zahlen zum Smart-Meter-Rollout vorgelegt, und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zieht eine überwiegend positive Bilanz. Die gesetzlich vorgeschriebene Rollout-Quote von 23,3 Prozent sei im Durchschnitt über alle Unternehmen hinweg erreicht worden, erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Die Dynamik hat sich dabei vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2025 spürbar beschleunigt. Im zweiten Quartal lag die Zahl der verbauten intelligenten Messsysteme bei den grundzuständigen Messstellenbetreibern noch bei 760.000. Bis zum dritten Quartal kletterte sie auf rund 941.000, ehe im vierten Quartal die Marke von 1,1 Millionen geknackt wurde. Das entspricht Zuwächsen von 3,8 beziehungsweise 3,1 Prozentpunkten innerhalb weniger Monate. „Für die Zukunft kann man davon ausgehen, dass der Anstieg in einer ähnlichen Geschwindigkeit oder schneller fortgesetzt werden wird“, so Andreae.

Allerdings haben nicht alle Unternehmen die Vorgaben fristgerecht erfüllt. Gegen einige soll die Bundesnetzagentur Verfahren einleiten. Dabei handelt es sich laut BDEW tendenziell um kleinere Betriebe, die zusammen nur etwa ein Prozent des gesamten Pflichtrollouts abdecken. Ihr Rückstand fällt bei der Gesamtquote kaum ins Gewicht. Als Gründe für die Verzögerungen nannten die betroffenen Unternehmen regelmäßig hohe IT- und Prozessanforderungen sowie knappe personelle Ressourcen. Andreae betonte gleichzeitig, dass mehr als 90 Prozent der Unternehmen aller Größenordnungen ihre Quoten bereits erreicht hätten oder sich auf einem guten Weg befänden.

Der Blick auf die Hintergründe zeigt, warum Deutschland beim Thema Smart Meter lange als Nachzügler galt. Anders als viele andere Staaten setzte die Bundesrepublik von Beginn an auf besonders strenge sicherheitstechnische Standards. Die Entwicklung, Zertifizierung und Bereitstellung der dafür nötigen Geräte verschlang entsprechend viel Zeit. Hinzu kommt eine strukturelle Besonderheit: In Deutschland sind Messstellenbetrieb und Netzbetrieb organisatorisch getrennt. Diese Rollenteilung erzeugt erheblichen Abstimmungsaufwand, der sich gerade bei einem automatisierten Massenprozess bemerkbar macht.

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Nach Einschätzung des BDEW zahlt sich die aufwendige Vorbereitung nun aber aus. Die technischen und regulatorischen Voraussetzungen seien geschaffen, sodass der praktische Einbau auch unter den hohen deutschen Anforderungen zügig voranschreite. Das Ergebnis sei eine Infrastruktur, die auf Sicherheit und Verlässlichkeit ausgelegt ist – ein Fundament, das für die weitere Digitalisierung der Energiewende als unverzichtbar gilt. Ob das Tempo tatsächlich weiter anzieht, werden die nächsten Quartalszahlen der Bundesnetzagentur zeigen.

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