Anne Speicher und Tanja Rupp (stehend hinten 1. u. 2. v. l.) mit den neuen „Wurmfarmern“ an der FGTS. - Foto: Sandra Brettar
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In einem Gruppenraum der Freiwilligen Ganztagsschule Kirkel-Neuhäusel steht seit Kurzem eine ungewöhnliche Holzkiste im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Dort, wo sonst Hefte und Stifte dominieren, dreht sich nun vieles um Würmer, Essensreste und fruchtbare Erde. Die Kinder der FGTS haben ihre eigene „Wurmkiste“ bekommen – und damit ein Projekt, das Natur, Technik und Alltagsleben direkt zusammenbringt.

Die Kinder präsentierten ihre Wurmkiste jetzt mit sichtbarer Begeisterung Eltern und Gästen. Die große Holzkiste wurde eigens für das Projekt gebaut und dient als Zuhause für die Würmer, die aus den Essensresten der Brotdosen nach und nach Humus erzeugen. So erleben die Grundschulkinder unmittelbar, wie aus Abfall ein wertvoller Rohstoff wird und welche Rolle kleine Tiere in biologischen Kreisläufen spielen.

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Initiiert wurde das Projekt von der Stabsstelle zur Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels, Bildung und Demographie des Saarpfalz-Kreises. Es ist Teil der MINT-Bildung im Kreis und soll zeigen, wie moderne Angebote in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik aussehen können. Neben vielen Eltern waren auch Stabsstellenleiter Mark Herzog und Projektkoordinatorin Anne Speicher vor Ort, um die Kinder in Aktion zu erleben und sich die Ergebnisse der vergangenen Wochen zeigen zu lassen.

Besonderer Blickfang ist die Technik, mit der die Kinder ihre Wurmkiste erforschen. Mit einer Endoskopkamera leuchten sie in das Innere der Kiste und beobachten die Tiere aus nächster Nähe. Ihre Entdeckungen halten sie anschließend in „Wurmfibeln“ fest, kleinen Heften, die sie selbst gestalten und nun stolz vorzeigen. So erhalten sie erste Einblicke in Themen wie biologische Kreisläufe und Nachhaltigkeit, ohne trockene Theorie, sondern über eigenes Ausprobieren. „Besonders freut es mich, dass wir früh Interesse wecken und Berührungsängste mit MINT-Themen abbauen – gerade auch, weil es praxisnah, nachhaltig und für alle Kinder zugänglich ist“, so Landrat Frank John.

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Möglich wurde die Wurmkiste durch eine Kooperation der Stabsstelle mit der Firma Vermi Biotech. Das Unternehmen hat sein Konzept gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FGTS, insbesondere mit der Leitung der Arbeitsgemeinschaft, Tanja Rupp, kindgerecht auf die Ganztagsschule übertragen. Grundlage ist ein Train-the-Trainer-Ansatz: Pädagogische Fachkräfte werden so geschult, dass sie das Projekt eigenständig weiterführen und dauerhaft im Alltag der FGTS verankern können.

Welche Kinder sich besonders angesprochen fühlen, ist für die Verantwortlichen eine wichtige Beobachtung. „Vor allem Mädchen haben sich für dieses Projekt angemeldet“, betonte Tanja Rupp, Betreuerin der FGTS, die die Leitung der AG übernimmt und sie mit den Kindern engagiert durchführt. In der Praxis zeigt sich damit, dass Berührungsängste mit MINT-Themen, für die Mädchen oft weniger Interesse zeigen, hier gar nicht erst entstehen.

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Das Vorhaben ist eingebettet in ein größeres Förderprogramm. Im Rahmen des Programms MINT-Cluster III des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist der Saarpfalz-Kreis einer von fünf Verbundpartnern im Netzwerk SaarMINT. Ziel ist es, MINT-Angebote für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren in die Fläche zu bringen. Die Wurmkiste an der FGTS Kirkel-Neuhäusel ist ein Baustein dieses Verbunds – und zeigt, wie sich abstrakte Förderprogramme ganz konkret im Schulalltag wiederfinden können.

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