Bild: IG Metall Homburg-Saarpfalz

Rund 250 Beschäftigte der Nachtschichten bei Bosch und Bosch-Rexroth folgten dem Warnstreikaufruf der IG Metall Homburg-Saarpfalz und legten um 4:00 Uhr die Arbeit für einen zweistündigen Warnstreik nieder.

Die IG Metall Vertrauensleute verabschiedeten die Streikenden bei der Ausfahrt vom Parkplatz mit Fackeln, Rauchbomben und Musik in den Feierabend. Aufgrund des Streiks kam es zu einem vollständigen Produktionsstillstand in den betroffenen Werken.

Ralf Reinstädtler, erster Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz, kritisierte in seiner Ansprache an die Vertrauensleute die Haltung der Arbeitgeber im laufenden Tarifkonflikt deutlich.

Bild: IG Metall Homburg-Saarpfalz

„In den mittlerweile drei Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber keine konstruktiven Ideen und keinen lösungsorientierten Vorschlag vorgelegt. Im Gegenteil, sie provozieren durch Verweigerung. Sie versuchen die Corona-Pandemie zum eigenen Vorteil zu nutzen und tarifliche Bedingungen beliebiger zu gestalten. Das einzige was ihnen einfällt, ist die Senkung der Einkommen und damit die Steigerung der eigenen Profite. Alle Forderungen der IG Metall wurden zurückgewiesen. Sie sagen, die nächsten 18 Monate sei kein Spielraum für eine Tariferhöhung. Dabei laufen spätestens seit Herbst letzten Jahres in den Betrieben unserer Region die Geschäfte hervorragend. Nach einer Nullrunde für das vergangene Jahr ist eine Entgelterhöhung im Volumen von 4%, wie von der IG Metall gefordert, angemessen, realistisch und fair. Aber nicht nur beim Entgelt wird gemauert.

Auch unsere Forderungen nach Zukunftstarifverträgen und Beschäftigungssicherung werden von den Arbeitgebern kategorisch abgelehnt. Statt gemeinsam mit den Beschäftigten die Ärmel hochzukrempeln und die betriebliche Zukunft zusammen anzupacken, streiten sie für die Beibehaltung des Gutsherrenprinzips. Sie wollen auch zukünftig einsam und alleine über die Entwicklung am Standort, über notwendige Investitionen oder erforderliche Qualifikationen der Belegschaft und damit allein über die Perspektiven und das Schicksal der Beschäftigten bestimmen. Diese eindimensionale und egoistische Haltung der Arbeitgeber ist aufgrund der zu erwartenden, weitreichenden Veränderungen durch Digitalisierung und die Transformation der Mobilität ein echtes Zukunfts- und Beschäftigungsrisiko für die Beschäftigten. In diesem Zusammenhang steht auch die strikte Ablehnung der Arbeitgeber bezüglich der dritten Forderung der IG Metall.

Statt Entlassungen in Beschäftigungskrisen fordert die IG Metall die Möglichkeit einer betrieblichen Arbeitszeitabsenkung bei einem lediglich teilweisen Entgeltausgleich. Auch wenn es derzeit in den Betrieben unserer Region keine Beschäftigungskrise gibt, können zukünftig andere Zeiten kommen. Die totale Blockade der Arbeitgeber in den bisherigen Tarifverhandlungen lässt uns leider keine andere Wahl, als unsere Mitglieder zum Streik aufzurufen. Wir fordern die Arbeitgeber mit Nachdruck auf, gemeinsam mit der IG Metall nach Lösungen auf die drängenden Fragen zu suchen und die Zukunft der Metall- und Elektroindustrie gemeinsam zu gestalten.“

Bild: IG Metall Homburg-Saarpfalz

Im Bereich der Geschäftsstelle Homburg-Saarpfalz waren die Warnstreiks bei Bosch und Bosch-Rexroth der Auftakt in die nächste Phase der Tarifauseinandersetzung. Weitere Warnstreiks in den Betrieben der Branche sind für die kommenden Tage geplant. Sollten diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen, werden die Proteste ausgeweitet und die Streikaktivitäten gesteigert. Wir werden den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen. Wir wollen Beschäftigung, Zukunft und Einkommen in der Region stärken.

Quelle: IG Metall Homburg-Saarpfalz

 

 

 

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