Dr. Johannes Becher und Wanja vom Theater Überzwerg begeisterten die Kinder der Kita Luitpoldschule. — Foto: Giulia Becker

„Wanja, Wanja, Wanjaaa!“ So schallte es durch die Räume der Kita Luitpoldschule in St. Ingbert. Erst zaghaft, dann immer lauter, begleitet von Klatschen und Trampeln, riefen die 15 Vorschulkinder nach ihrem Helden. Die kleinen „Schulfüchse“, wie sich die Ältesten der Einrichtung selbst nennen, hatten nur einen Wunsch: Wanja sollte endlich zur Tür hereinkommen.

Und tatsächlich stand er dann da. Mit der großen Saxofon-Pfeife im Mund, dem Hütchen auf dem Kopf und Filzpantoffeln an den Füßen betrat die Theaterfigur den Raum. Für einen Moment herrschte Stille, dann rissen die Kinder Augen und Münder auf. Möglich gemacht hatte diesen Auftritt Reinhold Rolser vom Saarbrücker Theater Überzwerg, der Wanja verkörperte.

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Der Besuch war der Höhepunkt eines längeren Projekts, das mehrere Bausteine miteinander verband. Zunächst hatten die Kinder in der Winterzeit das Stück „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ im Theater Überzwerg gesehen. Darauf folgte ein Workshop in der Modernen Galerie in Saarbrücken, bei dem mit den Grundformen Dreieck, Kreis, Quadrat und Rechteck kreativ gearbeitet wurde.

Das Team von jopebe führte gemeinsam mit den Erzieherinnen Larissa und Giulia beide Erfahrungen zusammen. An die Stelle von Bär, Fuchs und Hase traten nun die vier geometrischen Formen, die sich auf den Weg zu Wanja machten. Die Kinder erdachten dazu eine eigene Reisegeschichte, in der ein Sumpf, ein See, eine löchrige Straße und eine schmale Schlucht überwunden werden mussten – stets mit phantasievoller, gegenseitiger Hilfe. Festgehalten wurde die Reise in Zeichnungen auf einer Schultafel mit echter Kreide. Zum Abschied aus der Kita soll daraus ein kleines Erinnerungsbüchlein mit Bildern und Texten entstehen.

Wie es den vier Freunden auf dem restlichen Weg erging, wollten die Kinder dann natürlich ganz genau wissen. Also fragten sie Wanja einfach selbst. Es entwickelte sich ein lebhaftes Frage-und-Antwort-Spiel. Der Pfad zu seinem Haus im Wald, erzählte Wanja, führe unter anderem über einen schmalen Steg, unter dem ein drei Meter tiefer Bach verlief. Mutig folgte ihm die Gruppe im Gänsemarsch.

Dann rief der Vorlesepate jopebe: „Wanja, ich habe Angst.“ Die Antwort kam prompt: „Dann springen wir einfach ins kühle Nass. Es ist ja wirklich sehr heiß heute.“ Es machte platsch, und die ganze Runde lag plantschend und lachend auf dem Boden des Essraums. Die Stunde verging so wie im Flug. Beim Abschied konnte sich Wanja den Dankesbekundungen der Kinder kaum entziehen, und im Flur hallte es noch lange nach: „Wanja war hier!“

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