Biosphärenreservat Bliesgau Foto: Eike Dubois

Eine Studierendengruppe der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw Saar) in Saarbrücken hat vom 20. Dezember 2021 bis zum 20. Januar 2022 eine Online-Befragung zum Thema „Tourismusbewusstsein im Biosphärenreservat Bliesgau“ durchgeführt. 209 vollständig ausgefüllte Fragebögen konnten ausgewertet werden. Die Umfrage richtete sich an Bevölkerung und Partnerbetriebe der Biosphäre. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, zeigen aber interessante Tendenzen auf.

Zwei Drittel der befragten Bewohner des Biosphärenreservats sind der Untersuchung zu Folge zufrieden mit dem Tourismusaufkommen in ihrer Region oder wünschen sich sogar mehr Touristen. Sie sind sich über das Potenzial der Region im Klaren und schreiben dem Tourismus eine wirtschaftliche Bedeutung zu. 71 Prozent der Befragten empfindet die Anerkennung des Biosphärenreservats durch die UNESCO als wichtig für die Entwicklung der Region. Insbesondere stellen sie heraus, dass das Angebot regionaler Produkte deutlich zugenommen hat. Dazu hat das seit 2012 bestehende Partnernetzwerk der Biosphäre erfolgreich beigetragen. Das Partnernetzwerk dient als Aushängeschild des Biosphärenreservats und wird mit regionaler Qualität und Heimat verbunden.

In Folge der anhaltenden Corona-Pandemie gewinnen Naherholung und Tagestourismus in der Biosphäre zunehmend an Bedeutung. Vor allem Rad- und Wanderwege sowie die Gastronomie zählen zu den beliebtesten Angeboten bei der einheimischen Bevölkerung.
Beachtenswert ist, dass über 90 Prozent der Befragten zufrieden mit dem Leben im Biosphärenreservat sind. Besonders die Landschaft und die Natur liegen den befragten Bewohner sehr am Herzen. Sie sind sich darüber hinaus bewusst, dass es die Natur zu schützen gilt und Themen wie Nachhaltigkeit, Regionalität und Klimaschutz einen wichtigen Stellenwert einnehmen sollten.

Daneben hat sich gezeigt, dass es trotz der ausgeprägten Zufriedenheit in der Bevölkerung Verbesserungspotenzial in einigen Bereichen gibt. Die Befragten plädieren vor allem für Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr und der Öffentlichkeitsarbeit des Biosphärenzweckverbands. Die befragten Bewohner möchten aktiv in Entscheidungen zum Tourismus mit einbezogen werden. Im Sinne der Partner wäre zudem ein verstärkter Austausch innerhalb des Netzwerks wünschenswert. Das Biosphärenreservat Bliesgau sollte ebenso über die Grenzen des Saarlands hinaus bekannt werden und dabei eine sanfte und nachhaltige Tourismusstrategie verfolgen.

“Die Studie dokumentiert anschaulich “, so der Verbandsvorsteher Dr. Theophil Gallo, „dass das Thema Biosphäre bei den Menschen „angekommen“ ist und zeigt auch, dass die ohnehin eingeschlagene Richtung auch die Richtige ist. Verbesserungen sind immer möglich, insofern sind Rückmeldungen der Menschen, die hier leben, sehr wichtig und informativ für uns. Ich danke allen, die sich im Rahmen dieser Umfrage engagiert haben, sehr herzlich“.

Die Präsentation der Daten findet man hier. Die Studierenden der htw Saar kommen aufgrund ihrer Befragung zu dem Schluss: Das Biosphärenreservat Bliesgau ist mehr als Streuobstwiesen. Dahinter verbirgt sich eine regionale Identität, die auch im Tourismus vermittelt werden soll.

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