Wer über drei Wochen hinweg an hartnäckiger Heiserkeit, schlecht heilenden Wunden im Mund oder einem einseitig verstopften Nasengang leidet, sollte diese Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn hinter solchen scheinbar harmlosen Symptomen kann sich ein Kopf-Hals-Tumor verbergen. Genau darauf will die internationale Make-Sense-Kampagne vom 21. bis 26. September 2026 aufmerksam machen – mit dem klaren Ziel, diese Krebserkrankungen früher zu erkennen und damit die Heilungschancen zu steigern.

Rund 16.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an einem Kopf-Hals-Tumor. Damit zählen diese Erkrankungen zu den zehn häufigsten Krebsarten überhaupt. Sie entstehen im Mund- und Rachenraum, im Kehlkopf, in der Nase oder in den Speicheldrüsen – und greifen oft tief in den Alltag der Betroffenen ein. Sprechen, Kauen und Schlucken können dauerhaft beeinträchtigt sein, häufig verändert sich zudem das äußere Erscheinungsbild. Ein erstes Warnsignal ist nicht selten eine schmerzlose Schwellung der Lymphknoten am Hals, die allerdings meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium auftritt.

Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, setzt das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) auf eine einprägsame Faustformel: die sogenannte „1 für 3“-Regel. Wer eines der typischen Symptome – etwa Halsschmerzen, ein Fremdkörpergefühl im Rachen, schmerzhaftes Schlucken oder rote und weiße Flecken im Mund – durchgehend über drei Wochen bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen. Einzelne, kurzzeitige Beschwerden geben dagegen noch keinen Anlass zur Sorge. Der entscheidende Faktor ist die Dauer.

Wird ein Tumor tatsächlich festgestellt, bündelt das Kopf-Hals-Tumorzentrum am UKS die Kompetenz mehrerer Fachdisziplinen. Die Kliniken für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie für Strahlentherapie und Radioonkologie arbeiten hier eng zusammen. Von der Vorsorge über individuell zugeschnittene Therapien bis zur Nachsorge deckt das Homburger Zentrum die gesamte Versorgungskette ab, ergänzt um psychoonkologische und palliativmedizinische Betreuung. Es ist eines von 13 Organkrebszentren am UKS, die unter dem Dach des Universitätsmedizinischen Zentrums für Tumorerkrankungen organisiert sind.

Besondere Bedeutung kommt in Homburg der Behandlung von Rückfällen zu. Trotz optimaler Erstbehandlung liegt das Risiko für erneute Tumorbildungen bei bis zu 20 Prozent. Sitzen solche Rezidive am Hals, lassen sie sich häufig nicht operieren – die Überlebenschancen sind dann gering. Hoffnung setzen Fachleute auf neue Immuntherapien, die das körpereigene Abwehrsystem gegen die Krebszellen mobilisieren. Bei einem dieser Ansätze spielt die Homburger Strahlentherapie eine führende Rolle.

In der von der Deutschen Krebshilfe mit 2,7 Millionen Euro geförderten RePaIr-HN-Studie, die 2025 startete und von Homburg aus geleitet wird, untersuchen die Forschenden eine Kombination aus erneuter Radiochemotherapie und einer anschließenden Immuntherapie mit dem Wirkstoff Pembrolizumab. Der Gedanke dahinter: Durch Bestrahlung abgetötete Tumorzellen wirken sich positiv auf das Immunsystem aus. Mittlerweile beteiligen sich 21 Therapiezentren in Deutschland und der Schweiz. Ausgezeichnet wurde das Konzept mit dem diesjährigen Studienpreis der Interdisziplinären Arbeitsgruppe für Kopf-Hals-Tumore der Deutschen Krebsgesellschaft.

Gerade eine zweite Bestrahlung stellt hohe Anforderungen, weil das gesunde Gewebe bereits vorbelastet ist. Sie verlangt viel Erfahrung und moderne Technik – beides bringt das UKS mit. Betroffene sowie behandelnde Ärztinnen und Ärzte können sich bei Fragen oder für eine mögliche Studienteilnahme direkt an das Homburger Studienzentrum wenden, per E-Mail an repair.radonk@uks.eu oder telefonisch unter 0 68 41 / 16 – 2 46 88.

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