ZF hat Dr. Peter Holdmann zum Chief Technology Officer ernannt. Als Mitglied des ZF-Vorstands verantwortet Dr. Holdmann bereits das Ressort Forschung und Entwicklung (R&D). Foto: ZF
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Der Friedrichshafener Technologiekonzern ZF richtet seine Führungsstruktur neu aus und schafft erstmals seit Jahren wieder die Position eines Chief Technology Officer auf Vorstandsebene. Der Aufsichtsrat hat Dr. Peter Holdmann, der bereits das Ressort Forschung und Entwicklung verantwortet, in diese zusätzliche Rolle berufen. Damit will das Unternehmen die technologische Steuerung über sämtliche Divisionen hinweg bündeln und deutlich schlagkräftiger aufstellen.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Themen wie softwaredefinierte Fahrzeuge, Künstliche Intelligenz und vernetzte Systemarchitekturen die Automobilbranche grundlegend verändern. Eine vergleichbare Funktion hatte es bei ZF zuletzt nicht gegeben. Mit der Neubesetzung sendet der Konzern ein Signal, dass Technologie und Entwicklung nicht nur als Kostenfaktor, sondern als strategischer Hebel für Wettbewerbsfähigkeit verstanden werden sollen. Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Rolf Breidenbach betonte, Holdmann verbinde „technische Tiefe und strategische Perspektive überzeugend“ – eine Kombination, die entscheidend sei, um Forschung und Entwicklung konzernweit weiter zu schärfen.

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Vorstandschef Mathias Miedreich ordnete den Schritt in die übergeordnete Unternehmensstrategie ein: „Technologie ist unser Antrieb und das Fundament für unsere Wettbewerbsfähigkeit.“ Die neue CTO-Position solle den Transfer von Innovationen in marktfähige Lösungen beschleunigen und zugleich die Kosten- und Effizienzperformance der gesamten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verbessern. Konkret geht es darum, Doppelstrukturen abzubauen und Entwicklungsprojekte enger an den tatsächlichen Kundenbedürfnissen auszurichten.

Holdmann selbst sieht vor allem den Einsatz Künstlicher Intelligenz als Treiber eines tiefgreifenden Wandels in der Entwicklungsarbeit. „Wirtschaftliche Disziplin und Innovationen, die in unseren ZF-Divisionen kundennah entwickelt werden, gehen Hand in Hand“, sagte er. KI verändere Entwicklungsprozesse und -werkzeuge derzeit grundlegend – mit spürbaren Auswirkungen auf Effizienz und Geschwindigkeit. „Diese Transformation ist für ZF wettbewerbskritisch und erzeugt eine Dynamik, die zu schnelleren Entscheidungen und schließlich zu Produkten führt, die am Markt überzeugen. Das ist gut für ZF und für unsere Kunden.“

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Der promovierte Maschinenbauingenieur mit Fachrichtung Kraftfahrwesen bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung und Führung komplexer automobiltechnischer Systeme mit. Nach Stationen in Forschung und Lehre an der RWTH Aachen wechselte er im Jahr 2000 zu ZF und übernahm dort sukzessive Führungspositionen. Seit Mai 2024 gehört er dem Vorstand an. Mit der CTO-Ernennung erweitert sich sein Verantwortungsbereich nun erheblich.

Für ZF, das im Jahr 2025 mit rund 153.000 Beschäftigten an 162 Produktionsstandorten in 29 Ländern einen Umsatz von 38,8 Milliarden Euro erwirtschaftet hat, ist die organisatorische Neuaufstellung mehr als ein personalpolitisches Detail. Der Konzern steht wie die gesamte Zuliefererbranche unter erheblichem Transformationsdruck. Elektrifizierung, Software und intelligente Vernetzung verändern das Geschäftsmodell in rasantem Tempo. Dass die technologische Gesamtsteuerung nun auf Vorstandsebene verankert wird, zeigt, wie ernst ZF diesen Umbruch nimmt – und wie entschlossen das Unternehmen die eigene Innovationskraft als Wettbewerbsvorteil ausspielen will.

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