Symbolbild

Am gestrigen Montag kamen Bund und Länder zum „Impf-Gipfel“ zusammen. In die Gespräche waren auch die Hersteller der Vakzine eingebunden. Waren die Erwartungen im Vorfeld durchaus hoch, folgte im Anschluss die Ernüchterung, der große Wurf bleibt aus. Ministerpräsident Tobias Hans zieht dennoch ein positives Fazit der Gespräche:

„Zur Lösung der enormen Herausforderungen haben wir uns heute zwischen Bund, Ländern, EU und Pharmaindustrie intensiv ausgetauscht. Für mich ist klar, dass Planbarkeit und Planungssicherheit von zentraler Bedeutung sind. Die bereits bestehende Impfstrategie wird zwischen Bund und Ländern fortentwickelt und in diesem Zusammenhang ein gemeinsamer Impfplan erarbeitet. So lange der Impfstoff von AstraZeneca nicht für Personen über 65 Jahre empfohlen wird, sollten wir damit verstärkt in der ersten Priorisierungsgruppe das jüngere Pflege- und medizinische Personal sowie jüngere Menschen aus der Risikogruppe impfen. So lange es Lieferengpässe gibt, werden wir im Saarland auch weiterhin ausreichend Dosen für die Zweit-Impfung zurückhalten.“

Damit bleibt das Saarland bei seiner Linie, knapp die Hälfte der Dosen für die notwendige zweite Impfung zurück zu halten. Der Koalitionspartner SPD hatte in den vergangenen Tagen eine Abkehr von dem vorgehen gefordert und vorgeschlagen, mehr Dosen der Reserve für die Erst-Impfung zur Verfügung zu stellen. Hans verteidigt das Vorgehen: „Nur so können wir sicherstellen, dass die Impfung auch tatsächlich maximalen Schutz bietet. Wir wollen im Saarland keinen Schnelligkeitswettbewerb gewinnen und dadurch die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzen. Denn die Wirksamkeit der Impfung ist bei den bisher zugelassenen Impfstoffen nachweislich erst nach der Zweit-Impfung gegeben. Es hilft also nichts, wenn das Saarland die bundesweite Liste der Erst-Impfungen anführt, aber dadurch nicht genug Dosen für die Zweit-Impfung da sind.“

Hans abschließend: „Die Impfung ist derzeit unsere größte Hoffnung, die Corona-Pandemie nachhaltig in den Griff zu bekommen. Die Verfügbarkeit des Impfstoffs ist der Flaschenhals. Die Lösung wird uns nur mit einem engen und vertrauensvollen Miteinander aus Wirtschaft und Politik gelingen.“

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