Die Preise für Düngemittel klettern weiter – und die saarländischen Landwirte geraten dadurch zunehmend unter Druck. Für Alwin Theobald, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, ist das kein Randthema, sondern eine Frage der Grundversorgung. „Ernährungssicherheit beginnt auf unseren Äckern“, betont er und fordert ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um die Betriebe zu entlasten.
Wie dramatisch die Lage ist, macht Theobald an konkreten Zahlen fest. Nach Angaben der EU-Kommission lag der Preis für Stickstoffdünger im April dieses Jahres rund 71 Prozent über dem Durchschnitt des Jahres 2024. Solche Kostensprünge könnten die Höfe nicht dauerhaft aus eigener Kraft schultern. Wer über die Zukunft der Landwirtschaft und bezahlbare Lebensmittel spreche, dürfe diese Entwicklung nicht ausblenden.

Statt nur an den Symptomen zu arbeiten, will der CDU-Politiker an die Wurzeln des Problems. Er schlägt vor, Importzölle auf dringend benötigte Düngemittel und Vorprodukte vorübergehend auszusetzen und die zusätzlichen Belastungen durch den CO₂-Grenzausgleich zu begrenzen. Zugleich müsse die europäische Düngerproduktion durch wettbewerbsfähige Energiepreise gestärkt werden. Sein Ziel formuliert er klar: Eine bestehende Abhängigkeit dürfe nicht einfach durch die nächste ersetzt werden.
Einen zweiten Hebel sieht Theobald in der Kreislaufwirtschaft. Es sei schwer zu erklären, warum teurer mineralischer Stickstoff importiert werde, während wertvolle Nährstoffe aus Gülle und Gärresten ungenutzt blieben. Die neuen europäischen RENURE-Regelungen könnten hier Türen öffnen. Deutschland müsse sie allerdings schnell und praxistauglich umsetzen – und dürfe daraus, wie Theobald warnt, nicht „das nächste Bürokratiemonster für unsere landwirtschaftlichen Betriebe“ machen.
Auch die Bioenergie könnte von diesem Umdenken profitieren. Biogasanlagen lieferten nicht nur erneuerbare Energie, sondern mit ihren Gärresten auch wichtige Pflanzennährstoffe. Wer Kreislaufwirtschaft ernst nehme, müsse Energieerzeugung, Landwirtschaft und Nährstoffversorgung enger zusammendenken. Das stärke die Versorgungssicherheit, senke Importabhängigkeiten und schaffe zusätzliche Wertschöpfung in der Region.
Vor allzu kurzfristigen Lösungen warnt Theobald jedoch ausdrücklich. Eine einmalige Beihilfe könne einen akuten Preisschock abfedern, das strukturelle Problem löse sie nicht. Nötig seien dauerhaft niedrigere Produktionskosten, weniger strategische Abhängigkeiten und bessere Wettbewerbsbedingungen. Die EU-Kommission habe bereits ein Unterstützungspaket für besonders betroffene Betriebe auf den Weg gebracht – nun müsse die Landesregierung zügig klären, welche Hilfen tatsächlich bei den saarländischen Höfen ankommen. Sein Fazit bleibt eindringlich: „Wer heimische Lebensmittelproduktion erhalten will, muss dafür sorgen, dass Landwirtschaft auch wirtschaftlich möglich bleibt.“





















