Sonnenschein den ganzen Tag, volle Tanzfläche bis in den Abend, und auf der abgesperrten Straße tanzende Paare, die keinen Platz mehr auf dem Parkett fanden: Der erste „Tanz im Mai“ auf dem Historischen Marktplatz in Homburg ist ein voller Erfolg gewesen. Eine Premiere, die nach Wiederholung verlangt.
Mit dem Fassbieranstich und einer kurzen Begrüßung eröffnete Oberbürgermeister Michael Forster den Tag – und machte dabei deutlich, was dieser Moment bedeutet: „Heute beginnt sozusagen eine neue Ära.“ Der „Tanz im Mai“ sei nicht nur ein Einzelevent, so Forster, sondern der bewusste Auftakt einer langen Freiluftsaison: Der Maibaum werde den ganzen Sommer über stehen bleiben – als sichtbares Zeichen, dass in Homburg Sommer und Kultur zusammengehören.
Die Idee hinter dem ganzen Tag geht auf eine Person zurück, der Forster sichtlich dankbar ist: Giuseppe Nardi, Inhaber des „Ohlio“ und Geschäftsführer von Dr. Theiss Naturwaren. „Die Idee, überhaupt heute sich hier zu treffen und den ganzen Tag in Homburg zu feiern, geht auf Giuseppe Nardi zurück – und wie man ihn kennt: Wenn er eine Idee hat, dann lässt er sich, wie man in Homburg sagt, auch nicht lumpen und sponsert das auch.“ Nardi selbst zeigte sich in seiner kurzen Ansprache gerührt vom Ergebnis: „Dieser wunderschöne Maibaum steht hier mit so viel Liebe. Er ist ein Geschenk für diesen Platz, für diese Stadt – und eine Hommage an unsere bayerische Tradition.“
Den Frühschoppen-Auftakt kommentierte er mit einem Schmunzeln: „Heute Morgen hat man gemerkt, dass die Homburger noch nicht so an die Frühschoppen-Tradition gewöhnt sind – aber das wollen wir jetzt verbessern.“ Beim Blick auf das Gesamtbild des Tages war er dann eindeutig: „Wenn wir was machen, machen wir es auch richtig.“
Den Auftakt machten die Hellen Musikanten aus dem Kuseler Musikantenland – sieben gestandene Musiker, zünftige Blasmusik, Fassbieranstich. Der Frühschoppen auf dem Marktplatz ist in Homburg noch keine tief verwurzelte Tradition, wie Forster augenzwinkernd anmerkte – doch das soll sich künftig ändern.
Am Nachmittag übernahm das Kareol Tanzorchester und entführte das Publikum in die turbulenten 1920er Jahre. Das Ensemble, das seit Jahren regelmäßig für die großen 20er-Jahre-Partys in Berlin gebucht wird, machte seinem Ruf alle Ehre: Von Foxtrott und Charleston über Tango und Walzer bis hin zu Mambo und Paso Doble – die Tanzfläche war gut gefüllt, die Stimmung bestens. In den Umbaupausen sorgten die Tanzgruppe Souvenir und die Tanzmanufaktur Limbach dafür, dass keine Langeweile aufkam.
Gimme! Gimme! Gimme! – der Abend gehörte ABBA
Und dann kam der Abend. Andreas Nagel & Band eröffneten mit einem starken ersten Set – Beatles, Elton John, Elvis Presley, Stevie Wonder – ehe die Sängerinnen Myriam Keller und Sandra Müller die Bühne übernahmen und den Marktplatz in eine Freiluft-Disco verwandelten. Was dann folgte, war schlicht der Höhepunkt des Tages.
Alle Bilder: Friedel Simon & Daniel von Hofen
„Gimme! Gimme! Gimme!“, „Voulez-Vous“, „The Winner Takes It All“ – Titel für Titel zog die ABBA-Tribute-Performance das Publikum in den Bann. Die Tanzfläche war restlos voll, und wer keinen Platz mehr darauf fand, tanzte kurzerhand auf der abgesperrten Straße weiter. Wer nicht tanzen wollte, sang mit – laut und begeistert. Die gesangliche Leistung war beeindruckend: Hier wurde nicht bloß Musik auf großer Bühne geboten, sondern echte musikalische Klasse. Gänsehautmomente inklusive.
Eine Premiere – und das Publikum will mehr
Bei aller Begeisterung gibt es einen Punkt, der ausdrücklich Erwähnung verdient: Dass überhaupt eine eigene Tanzfläche aufgebaut wurde, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist echter Aufwand – logistisch, organisatorisch und finanziell – und genau dieser Aufwand hat dem Event erst seinen besonderen Charakter gegeben. Wer tanzen wollte, hatte einen richtigen Platz dafür – und spätestens beim ABBA-Finale schlicht zu klein für alle, die mittanzen wollten.
Der vielleicht aufschlussreichste Hinweis kam aber vom Publikum selbst: Als der Abend ausklang, wäre noch Luft gewesen – für ein paar Lieder mehr, für noch eine Runde auf der Tanzfläche, für noch einen ABBA-Klassiker in die Nacht hinein. Normalerweise klingt der 1. Mai erfahrungsgemäß am frühen Abend aus. Nicht so diesmal. Und das ist weniger als Kritik zu verstehen denn als der vielleicht schönste Beleg dafür, dass das Konzept „Tanz im Mai“ aufgegangen ist.
Ausblick: Musiksommer startet am 5. Juni
Das Fazit ist eindeutig: Der „Tanz im Mai“ hat gezeigt, dass klassische Tanzveranstaltung und moderne Eventatmosphäre kein Widerspruch sind – sondern sich klug und stimmungsvoll verbinden lassen. Der Platz war voll, das Wetter perfekt, die Stimmung ausgelassen. Eine Wiederholung ist mehr als verdient.
Raimund Konrad und Norbert Zimmer nutzten den Tag bereits, um auf die nächste Gelegenheit zum Feiern hinzuweisen: Der Homburger Musiksommer startet am Freitag, 5. Juni, mit X-Pression – der etablierten Cover- und Eventband, die sich nach einer kreativen Schaffenspause in neuer Besetzung zurückmeldet.











































































































