St. Wendel hat sich am vergangenen Wochenende in das Zentrum des internationalen SuperMoto-Sports verwandelt. Erstmals wurde die Supermoto of Nations auf deutschem Boden ausgetragen, und der Wendelinuspark zog Tausende Fans an. Am Ende bejubelten sie einen neuen Mannschafts-Weltmeister aus Frankreich – und einen deutschen Erfolg, der für Gänsehaut sorgte: den Vize-WM-Titel des Junior Team Germany.
Drei Tage lang bestimmten packende Rennen, Motorenlärm und Partystimmung das Geschehen. Die besten Teams dieser Disziplin waren angereist, um die Team-WM-Krone unter sich auszumachen. Für zusätzliche sportliche Würze sorgten am Freitag die in die ADAC SuperMoto integrierten Läufe der Klassen S2 bis S5 sowie der Ü40, die die Internationale Deutsche SuperMoto Meisterschaft aufwerteten.
Doch die eigentlichen Höhepunkte lagen am Wochenende. Schon das Qualifying am Samstag bot bei Sonnenschein und perfekten Streckenbedingungen ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst führte Steve Bonnal aus Frankreich, dicht verfolgt von Marc-Reiner Schmidt und dem Italiener Elia Sammartin. Als Bonnal ein Fehler unterlief, nutzte Schmidt die Chance eiskalt und setzte sich an die Spitze. Kurz darauf stürzte jedoch auch er und fiel zurück. Am Ende behielt Bonnal die Nase vorn, vor Schmidt und Sammartin.
In den beiden entscheidenden Nations-Läufen war Frankreich schlicht nicht zu bezwingen. Mit Steve Bonnal, Raphael Payet und Silvain Bidart stellte das Team das stärkste Aufgebot und gewann souverän beide Rennen – der verdiente Lohn war der Team-WM-Titel. Den Vize-Weltmeistertitel sicherte sich Tschechien mit Milan Sitnisansky, Jonas Nedved und Erik Provaznik.
Die deutsche Mannschaft hatte den kompletten Wendelinuspark im Rücken. Marc-Reiner Schmidt, Jan Deitenbach und Nico Joannidis wurden von den Zuschauern nach vorn gepeitscht und waren nah an der Sensation dran. Am Ende sprang der dritte Podiumsplatz heraus – ein starkes Ergebnis vor heimischer Kulisse.
Für den emotionalen Höhepunkt sorgte der Nachwuchs. Auch bei den Junioren dominierte Frankreich und holte sich den WM-Titel, doch das Junior Team Germany mit Eddy Frech, Max Orbanz und Paul Müller kämpfte bis zur letzten Kurve. Ein Sieg schien greifbar, ehe Spitzenfahrer Eddy Frech nach einem Sturz im zweiten Lauf einen Reifendefekt erlitt und das Rennen vorzeitig beenden musste. Trotz dieses Rückschlags reichte es für den Vize-Weltmeistertitel, Rang drei ging an die Schweiz.



















