Die Bundesregierung greift ein, um die Gasversorgung für den kommenden Winter zusätzlich abzusichern. Wie das Handelsblatt berichtet, wurde das bundeseigene Energieunternehmen SEFE angewiesen, Erdgas einzuspeichern. Beim Branchenverband BDEW stößt dieser Schritt auf Zustimmung.
„Mit der angekündigten Maßnahme schafft die Bundesregierung eine zusätzliche Absicherung der Gasversorgung für den kommenden Winter“, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Angesichts der unsicheren geopolitischen Lage und einer bislang fehlenden strategischen Gasreserve hält sie diesen Kurs für vernünftig. Konkret sollen sukzessive acht Terawattstunden Gas eingespeichert werden – ein bewusst schrittweises Vorgehen, um Verzerrungen am Markt zu vermeiden.
Trotz der aktuellen Maßnahme betont Andreae die grundsätzliche Stabilität der Versorgung. „Die Gasversorgung in Deutschland war, ist und bleibt zuverlässig“, sagt sie. Händler und Lieferanten sicherten ihre vertraglichen Verpflichtungen über eigene Beschaffungsportfolios ab, zu denen auch Speichermengen zählten. Der Ausbau inländischer LNG-Terminals sowie breiter aufgestellte Importe hätten die Versorgung zusätzlich gestärkt.
Die vertraglich vereinbarten Mengen für diesen Winter würden geliefert, versichert die BDEW-Chefin. Dafür hätten Händler und Lieferanten vorgesorgt – unabhängig von der jüngsten Ankündigung der Bundesregierung.
Dass die Speicherfüllstände im Vergleich zu den Vorjahren niedriger ausfallen, führt der Verband auf drei zentrale Gründe zurück. Zum einen waren die Speicher am Ende des vergangenen Winters ungewöhnlich leer. Zum anderen sorgte die angespannte Lage am Golf für Preissprünge und Unsicherheit und trug zu einer Umkehr des sogenannten Sommer-Winter-Spreads bei.
Als dritten Faktor nennt der BDEW das Verhalten einzelner Gasverbraucher, vor allem in der Industrie. Diese hätten ihren erwarteten Winterbedarf nicht vollständig über Terminprodukte abgesichert, sondern setzten stattdessen verstärkt auf den kurzfristigen Spotmarkt. Das sei Teil unternehmerischer Risikosteuerung, so der Verband, gehe jedoch mit einem erhöhten Preis- und Mengenrisiko einher. Andreae rät, diese bewusste Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt zu überdenken. Solche Mengen tauchen in den Speichern nicht auf, weil sie nicht im Voraus beschafft wurden – anders als jene Mengen, die für die Versorgung der Haushalte eingeplant sind.




















