Am heutigen Donnerstag, den 19.März, rückt eine Institution ins Rampenlicht, die im Alltag oft übersehen wird, obwohl sie für die Gesundheit der Bevölkerung eine zentrale Rolle spielt: das Gesundheitsamt. Unter dem diesjährigen Motto „Vielfalt für Gesundheit“ macht der bundesweite Tag des Gesundheitsamtes auf die Bandbreite der Aufgaben und Berufsfelder aufmerksam, die im Öffentlichen Gesundheitsdienst zusammenwirken. Im Saarland nutzen mehrere der sechs Gesundheitsämter den Anlass, um ihre Türen zu öffnen und Einblicke in ihre tägliche Arbeit zu geben.
Das Motto ist dabei bewusst gewählt. Es verweist auf die vielen unterschiedlichen Professionen, die unter dem Dach der Gesundheitsämter zusammenarbeiten – von Ärztinnen und Ärzten über Sozialarbeiter bis hin zu Hygienefachkräften. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Gesundheit chancengerecht zu fördern und bestehende Barrieren im Zugang zu medizinischer Versorgung abzubauen. Gerade für Menschen, die im regulären Gesundheitssystem leicht durch das Raster fallen, sind die Ämter oft eine unverzichtbare Anlaufstelle.
Denn das Aufgabenspektrum reicht weit über die Bekämpfung von Infektionsausbrüchen hinaus, für die Gesundheitsämter spätestens seit der Pandemie breite öffentliche Aufmerksamkeit erhielten. Sie beraten und unterstützen Schwangere, Familien, chronisch oder psychisch erkrankte Menschen, Wohnungslose, Geflüchtete, sozial benachteiligte Gruppen und Personen mit körperlichen Behinderungen. Hinzu kommen die Eingangsuntersuchungen für Kita und Schule, Kontrollaufgaben in der Krankenhaus-, Umwelt- und Infektionshygiene sowie die Gesundheitsberichterstattung und Politikberatung.
Ein wesentlicher Unterschied zu Krankenhäusern und niedergelassenen Praxen liegt im Blickwinkel: Während dort in der Regel einzelne Patientinnen und Patienten behandelt werden, nimmt der Öffentliche Gesundheitsdienst die gesamte Bevölkerung in den Fokus. Prävention steht dabei im Mittelpunkt. Dieser bevölkerungsbezogene Ansatz hat einen größeren Einfluss auf die Gesundheit der Menschen, als vielen bewusst ist – etwa wenn es darum geht, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, Hygienestandards durchzusetzen oder gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern.
Der Aktionstag selbst hat eine symbolische Verbindung zur Geschichte des öffentlichen Gesundheitswesens. Er wird seit 2019 auf Initiative des Robert Koch-Instituts begangen und fällt bewusst auf den 19. März – den Geburtstag des Arztes Johann Peter Frank, der 1745 im pfälzischen Rodalben geboren wurde. Frank gilt als Begründer des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und legte mit seinen Arbeiten den Grundstein für ein systematisches, staatlich organisiertes Gesundheitswesen.
Wer sich über die Arbeit der Gesundheitsämter informieren möchte, findet weiterführende Informationen unter www.oeffentlichergesundheitsdienst.de Im Saarland laden die Ämter am Aktionstag dazu ein, die Vielfalt ihrer Arbeit aus nächster Nähe kennenzulernen – eine Gelegenheit, die stille Säule des Gesundheitssystems einmal sichtbar zu machen.




















