Symbolbild

Ein Schluck kaltes Wasser, ein Bissen in etwas Süßes – und plötzlich zieht ein stechender Schmerz durch den Zahn. Für Menschen mit empfindlichen Zähnen gehört dieses Gefühl zum Alltag. Spezielle Sensitiv-Zahncremes versprechen Linderung. Die Stiftung Warentest hat nun 19 dieser Produkte unter die Lupe genommen und geprüft, welche tatsächlich sanft reinigen und zuverlässig vor Karies schützen.

Untersucht wurden bekannte Markenartikel ebenso wie die Eigenmarken von Supermärkten und Discountern sowie Produkte aus dem Bereich der Naturkosmetik. Die Prüfer nahmen dabei mehrere Kriterien in den Blick: den Schutz vor Karies, die Fähigkeit, Verfärbungen zu lösen, den Einsatz umweltkritischer Stoffe und vor allem den Abrieb am empfindlichen Zahnbein.

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Das Gesamturteil fällt überwiegend positiv aus. „Die gute Nachricht ist, dass die meisten der von uns getesteten Sensitiv-Zahncremes empfehlenswert sind: Neun sind gut, zwei sind sogar sehr gut“, erklärt Vera Denkhaus, Expertin für Kosmetikprodukte bei der Stiftung Warentest. Beim Blick auf die Preise zeigt sich jedoch ein erstaunliches Gefälle. „Die drei besten Pasten liegen bei 68 Cent pro 100 Milliliter, ein anderes gutes Markenprodukt kostet etwa das 15-Fache“, so Denkhaus weiter. Gute Zahnpflege muss also nicht teuer sein.

Weniger erfreulich fiel das Ergebnis beim Kariesschutz aus. Fluorid gilt nach aktuellem wissenschaftlichem Stand als unverzichtbar, um Zähne wirksam vor Karies zu bewahren. Vier der geprüften Zahncremes verzichten jedoch vollständig auf diesen Wirkstoff – und landeten deshalb mit dem Urteil „mangelhaft“ am Ende des Feldes.

Besonders wichtig bei empfindlichen Zähnen ist der Abrieb am Dentin. Zieht sich das Zahnfleisch zurück, liegen die Zahnhälse frei, und die hauchdünne schützende Zementschicht ist angreifbar. Falsche Pflege – etwa zu kräftiges Aufdrücken oder eine Paste mit hohem Abrieb – kann diese Schicht zerstören. Dann tritt das Zahnbein hervor, Schmerzempfindlichkeit und Kariesrisiko steigen gleichermaßen.

„Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen sollten Zahnpasten mit niedrigem oder sehr niedrigem Abrieb am Dentin nutzen. Leider weisen Hersteller das zumeist nicht auf den Produkten aus“, sagt Denkhaus. Deshalb maß die Stiftung Warentest im Labor selbst nach. Die meisten Produkte erwiesen sich als empfehlenswert, doch drei Zahncremes zeigten einen mittleren Abrieb – was, so die Tester, schlecht zur Bezeichnung „Sensitiv“ passt. Zusätzlich sorgen schmerzlindernde Stoffe wie Kaliumverbindungen für Entlastung, indem sie direkt die Nervenenden im Inneren des Zahns beruhigen. Fast alle getesteten Pasten enthielten solche Wirkstoffe.

Wer sich neben Schutz auch strahlend weiße Zähne wünscht, muss tiefer in die Tasche greifen. Nur einer einzigen Sensitiv-Zahncreme mit niedrigem Abrieb gelang es, Verfärbungen sehr gut zu entfernen – zum stolzen Preis von gut acht Euro pro 100 Milliliter. Wer mehr Auswahl sucht, findet laut Denkhaus im Online-Produktfinder auch geeignete Universalzahncremes mit niedrigem Abrieb.

Einen praktischen Hinweis geben die Experten obendrein: Selbst die beste Paste hilft wenig, wenn die Putztechnik nicht stimmt. Zu viel Druck lässt das Zahnfleisch zurückweichen. Ein einfacher Test schafft Klarheit: Die Zahnbürste so lange auf eine Küchenwaage drücken, bis diese 100 Gramm anzeigt. Mehr Anpressdruck sollte beim Putzen nicht nötig sein. Die vollständigen Ergebnisse erscheinen in der Novemberausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und online unter test.de/zahnpasta.

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