Foto: KSK Saarpfalz
Anzeige

Mehr als 60 Menschen kamen Ende April in die Kreissparkasse Saarpfalz, um sich über eine Gefahr zu informieren, die längst nicht mehr nur Einzelfälle betrifft: Betrug am Telefon, an der Haustür und im digitalen Raum. Zwei Beamte der polizeilichen Kriminalprävention Saarbrücken – Polizeioberkommissar Patrick Rubeck und Polizeihauptkommissar Thomas Rehlinger – schilderten an diesem Abend, mit welchen Tricks Kriminelle vor allem ältere Menschen ins Visier nehmen und wie man sich dagegen wappnen kann.

Im Zentrum des Vortrags standen konkrete Szenarien aus dem Ermittlungsalltag. Ein Klassiker, den die Beamten ausführlich beleuchteten, ist der sogenannte Schockanruf. Dabei melden sich Unbekannte per Telefon und geben sich als Polizisten, Anwälte oder andere Autoritätspersonen aus. Die Botschaft ist stets dieselbe: Ein naher Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht, und nur eine sofortige Geldzahlung könne Schlimmeres verhindern. Die Masche zielt darauf ab, das Gegenüber emotional so unter Druck zu setzen, dass es ohne Nachdenken hohe Summen überweist.

Anzeige

Ein zweites Muster, das Rubeck und Rehlinger vorstellten, dreht sich um vermeintliche Gewinnversprechen. Opfer erhalten einen Anruf, in dem ihnen ein angeblicher Gewinn mitgeteilt wird – doch bevor das Geld fließen könne, müssten zunächst Gebühren bezahlt werden. Wer darauf eingeht, verliert nicht nur die gezahlte Summe, sondern gibt den Tätern oft auch sensible Kontodaten preis. Darüber hinaus warnten die Beamten vor Fremden, die unvermittelt an der Haustür klingeln und unter einem Vorwand Einlass begehren. Ihr klarer Rat: Im Zweifelsfall die Tür geschlossen halten.

Was alle vorgestellten Fälle eint, ist die Strategie der Täter. Sie bauen zunächst Vertrauen auf, erzeugen dann gezielt Zeitdruck und nutzen die Verunsicherung ihrer Opfer aus. Genau an diesem Punkt setzten die Präventionshinweise der beiden Polizisten an. Sie empfahlen, bei unbekannten Kontakten grundsätzlich skeptisch zu bleiben, niemals persönliche Daten oder Kontoinformationen am Telefon preiszugeben und sich im Zweifel an Angehörige oder offizielle Stellen zu wenden, bevor man handelt. Wer unsicher sei, könne jederzeit die Polizei kontaktieren oder sich auf der Webseite der polizeilichen Kriminalprävention unter www.polizei-beratung.de über aktuelle Maschen und Schutzmaßnahmen informieren.

Anzeige
Anzeige

Die Resonanz auf den Abend in der Kreissparkasse Saarpfalz zeigt, wie groß das Bedürfnis nach verlässlicher Aufklärung in diesem Bereich ist. Betrugsversuche treffen längst nicht mehr nur einzelne Haushalte, sondern ziehen sich quer durch alle Altersgruppen und Regionen. Die Kreissparkasse versteht die Veranstaltung nach eigener Aussage als Beitrag, nicht nur ihre Kundinnen und Kunden, sondern die gesamte Öffentlichkeit durch gezielte Information zu schützen. Dass der Saal gut gefüllt war, dürfte den Organisatoren Recht geben – und zugleich ein Signal sein, dass solche Formate auch in Zukunft gefragt bleiben.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein