Nach Zahlen der Saarländischen Krebsgesellschaft liegt die aktuelle HPV-Impfquote im Saarland bei rund 44 Prozent, bundesweit beträgt sie im Schnitt 42 Prozent. Zum Vergleich: Experten empfehlen deutschlandweit Impfquoten von mindestens 70 Prozent. „In der Bevölkerung fehlt oftmals das Bewusstsein, wie elementar ein frühzeitiger Impfschutz ist“, so IKK Vorstand Prof. Dr. Jörg Loth. „Ein Pieks kann eine der häufigsten Krebsarten verhindern – dahingehend müssen wir als Krankenkasse noch stärker aufklären und das bereits in den Schulen“.

Dr. Steffen Wagner zeigt sich mit Blick auf die Zukunft vorsichtig optimistisch: „Ich glaube, dass Gebärmutterhalskrebs in drei bis vier Jahrzehnten an medizinischer Bedeutung verlieren kann – allerdings nur dann, wenn sich mehr Mädchen und Jungen impfen lassen und ihre Vorsorge ernst nehmen. Vorsorge ist das beste Mittel gegen Krebs“.

Hintergrund: Risikofaktoren, die den Ausbruch einer HPV-Infektion – als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs – begünstigen, sind unter anderem ungeschützter Geschlechtsverkehr und Rauchen. Laut einer aktuellen Auswertung gab es im Saarland unter den IKK Südwest-Versicherten im Jahr 2018 153 Fälle von diagnostiziertem Gebärmutterhalskrebs. Mit Blick auf die vergangenen drei Jahre hat sich die Fallzahl – altersgruppenübergreifend – nicht signifikant verändert. Diese Entwicklung bestätigt sich auch unter den IKK Südwest-Versicherten in Rheinland-Pfalz und in Hessen. Dort waren unter den IKK Südwest-Versicherten im Jahr 2018 393 bzw. 151 Versicherte am Zervixkarzinom erkrankt.