Die Grünen im Saarpfalzkreis befürchten starke negative Folgen bei einer Ansiedlung von DB Schenker am Ensheimer Flughafen und fordern stattdessen über die Erweiterung der Biosphäre über die Flughafenstraße hinaus nachzudenken.

Rainer Keller, Die Grünen
Foto: Carsten Simon

„St Ingbert und die Bliesgaugemeinden wären unmittelbar von den negativen Auswirkungen eines LKW-Großverteilzentrums am Ensheimer Flughafen betroffen“, so der Kreisvorsitzende der Grünen Saarpfalz, Rainer Keller. „Unsere Kreistagsfraktion wird daher den Landrat auffordern, die Folgen einer Ansiedlung von DB Schenker für den Bliesgau zu untersuchen“.

Bezüglich der verkehrlichen Situation am Flughafen gibt Keller zu bedenken: „Die dauerhafte Erreichbarkeit für den Schwerverkehr über die Heringsmühle in Fechingen scheint mir unmöglich. Damit bliebe nur der Zugang über den Staffel. Der derzeitige Straßenausbau ist für dauerhaften Schwerlastverkehr aber absolut ungeeignet. Das zeigte sich bereits während der Sperrung der Fechinger Talbrücke. Also müsste die Staffelstraße „ertüchtigt“ werden – was angesichts der Anforderungen des Schwerlastverkehrs einem kompletten Neuausbau gleichkäme“, erläutert Keller und verweist auf die Folgen eines Ausbaus:

„Ganz abgesehen von den angrenzenden Landschaftsschutz- und FFH-Gebieten und den deshalb notwendigen umfangreichen Natur- und Lärmschutzmaßnahmen im Falle eines Ausbaus würde eine schwerlastfähig ausgebaute Staffelstraße eine Sogwirkung entfalten und noch mehr Verkehr anziehen – bis hin zu noch mehr Mautsparern, die ihre LKW bereits heute durch den Bliesgau lenken, um zwischen Einöd/Zweibrücken und Saarbrücken abzukürzen. 300 – 500 LKW zusätzlich pro Tag wären meines Erachtens zu befürchten“, erklärt Keller.

„Ein Logistiker am Flughafen brächte außer Flächenversiegelung, Lärm- und Abgasbelastung durch den Schwerlastverkehr und der Zerstörung eines wertvollen Kaltluftentstehungsgebietes auch keine positiven Effekte für Saarbrücken. Nicht mal wirtschaftlich macht die Vermarktung der Fläche am Flughafen Sinn. Ein riesiger Flächenverbrauch, dem null Gewerbesteuereinnahmen gegenüberstehen, da DB Schenker sicher nicht plant, eine Saarbrücker Holding zu gründen. Zudem wären die heutigen Planungen nur der erste Wurf und Erweiterungen des Großverteilzentrums würden zukünftig sicherlich anstehen – was in der Folge zu noch mehr Naturzerstörung, Verkehrs-, Lärm- und Abgasbelastung führen würde“.

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