Laut einer neuen Greenpeace-Studie droht in 55 Prozent aller französischen Atomkraftwerke aufgrund fehlerhafter Bauteile ein Reaktorunfall, darunter auch Cattenom. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:
„Die Ergebnisse der Studie sind äußerst Besorgnis erregend. Demnach weisen Dampferzeuger und andere Bauteile in den betroffenen Meilern derartige Mängel auf, dass bei hoher Beanspruchung das Material bersten kann und eine Kernschmelze droht. Wir erwarten in dieser Sache umgehend eine Reaktion der Landesregierung, zumal auch das grenznahe AKW Cattenom betroffen ist. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer muss das Gespräch mit Kanzlerin Merkel suchen, damit diese zügig Druck auf Frankreich ausübt und die französische Regierung zum Abschalten der betroffenen Meiler bewegt. Es wäre vollkommen unverantwortlich, diese Reaktoren weiter am Netz zu lassen, bevor die fehlerhaften Bauteile nicht ausgetauscht worden sind.
Darüber hinaus liefert die aktuelle Greenpeace-Studie einen weiteren Beleg für die hohe Gefahr, die von dem ohnehin pannengeplagten AKW in Cattenom ausgeht, und damit eine gute Grundlage für eine Klage gegen den Weiterbetrieb des Meilers. Aufgrund dieser neuen Faktenlage erwarten wir von der Landesregierung, in Kooperation mit Rheinland-Pfalz die Vorplanungen für eine Klage schnellstmöglich abzuschließen und endlich auch Unterstützung seitens der Bundesregierung einzufordern.
Die Tatsache, dass in zahlreichen Atomkraftwerken offenbar fehlerhafte Teile verbaut wurden, zeigt zudem, wie unzureichend entsprechende Kontrollen in der Vergangenheit wohl gewesen sind. Wir brauchen daher endlich EU-weit hohe, einheitliche Sicherheitsstandards für Atommeiler.“

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