Mit großem Staunen hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gestern festgestellt, dass das Angebot an die Saarländerinnen und Saarländer, Schülerverkehre zu organisieren, durch die Saarbahn nicht wahrgenommen wurde. 

„Es steht genug Fahrpersonal bei den Subunternehmen bereit um alle Schülerleistungen der Saarbahn zu bedienen“, sagt ver.di-Verhandlungsführer Christian Umlauf. Die Geschäftsführung der Saarbahn hat jedoch den Betriebsrat erst gar nicht angehört um die Schülerverkehre möglich zu machen: „Ich bin total perplex! Der Betriebsrat war schon auf eine unkomplizierte Genehmigung der Schülerverkehre eingestellt, doch es kam seitens der Geschäftsführung nichts. In anderen Streikbetrieben geschah dieser Prozess reibungslos“, sagt Umlauf. Die Anhörung ist gesetzlich nach dem Betriebsverfassungsgesetz vorgeschrieben und keine Forderung.

In Saarlouis und Neunkrichen ist der Prozess zur Wiederaufnahme der Schülerverkehre eingeleitet. In Völklingen ist dies in Ermangelung von Subunternehmen derzeit nicht möglich. „Wir sind jederzeit bereit mit der Geschäftsleitung der Saarbahn in konstruktive Gespräche zu gehen. Unser Ziel ist nicht nur ein Tarifabschluss, sondern auch ein schnelle Lösung der augenscheinlichen Unstimmigkeiten mit der Saarbahn zu bekommen“, sagt Umlauf und fordert: „Wir machen unsere Hausaufgaben, Herr Edlinger – tun Sie es bitte auch!“ ver.di bedauert es sehr, dass in der saarländischen Landeshauptstadt die Schülerverkehre derzeit nicht stattfinden.

Die streikenden Busfahrer, Werkstatt- und Verwaltungsbeschäftigten im Saarland haben unterdessen mit ihren ver.di-Vertrauensleuten einen sogenannten „Fahrgast-Hilfs-Fonds“ gegründet. In diesen Topf sind 2.400 Euro Soforthilfe bereitgestellt. Fahrgäste, die in große Nöte durch die Streiks gekommen sind, haben hier die Möglichkeit, beispielsweise ihre Taxiquittung einzureichen. „Wir werden täglich in jeder Stadt per Zufall Quittungen aus einem Topf ziehen. Wenn schon der SaarVV nicht zahlt, möchten wenigstens die Beschäftigten von ihrem eigenen Geld ein bisschen was an die Fahrgäste zurückgeben“, sagt ver.di-Verhandlungsführer Christian Umlauf. Geld wird ausgezahlt, bis der Fahrgast-Hilfs-Fonds erschöpft ist.

Der Fonds wird ausschließlich aus privatem Geld des Fahrpersonals finanziert. 2.400 Euro entsprechen in etwa einem monatlichen Brutto-Einstiegsgehalt eines Busfahrers. Fahrgäste können Ihre Quittungen mit Namen und entsprechenden Kontaktdaten an den ver.di Bezirk Region Saar Trier senden. (Postadresse: ver.di Region Saar Trier Stichwort: #Busfahreraufstand, St. Johanner Str. 49, 66111 Saarbrücken). Die Einsendungen müssen den Namen und eine Rückfragemöglichkeit enthalten, um Geldübergabemodalitäten zu klären. 

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