Anlässlich des positiven Beispiels eines Gymnasiums bei Aachen, das die Gleitzeit für Oberstufenschüler eingeführt hat, fordert die Linksfraktion im Saarländischen Landtag erneut, einen späteren Unterrichtsbeginn auch im Saarland ernsthaft zu prüfen. Barbara Spaniol, bildungspolitische Sprecherin, erklärt dazu:
„Nationale und internationale Untersuchungen kommen schon lange zu dem Ergebnis, dass ein zu früher Schulbeginn negative Einflüsse auf die Konzentrationsfähigkeit von Jugendlichen hat, insbesondere in der Pubertät. Die meisten Schülerinnen und Schüler sind um acht Uhr morgens gerade mal so leistungsfähig wie um Mitternacht.“ Im Saarland beginne der Unterricht nach wie vor sehr zeitig, nämlich zwischen 7:45 und 8:15 Uhr. In anderen Ländern wie Frankreich, England oder Spanien, starte die Schule dagegen später. Spaniol dazu: „Wir sind dem Wohl der Kinder und Jugendlichen verpflichtet. Die Landesregierung darf sich daher bei diesem Thema nicht wegducken und die Verantwortung auf die einzelnen Schulen abwälzen.“ Ein späterer Schulstart funktioniere auch für berufstätige Eltern. „Schüler, die einen weiteren Anfahrtsweg haben, müssen bei uns in der Regel schon um 6 Uhr oder noch früher aufstehen“, so Spaniol weiter. „Das ist in der Tat oft eine Qual und muss nicht sein. Wir brauchen eine Regelung, die allen Kindern und Jugendlichen gerecht wird.“ Bildungsminister Commercon lasse den Schulen zwar die freie Wahl, wann sie mit dem regulären Unterricht anfangen können, dieser müsse aber bis 8:15 Uhr begonnen haben. „Das ist nicht gerade ein zeitlicher Zugewinn“, so Spaniol. „Die sogenannte Freiwilligkeit an den Schulen schlummert zudem vor sich hin, auch weil Eltern und Schüler die Möglichkeiten nicht wirklich kennen.“ An den saarländischen Schulen müsse daher gezielt informiert werden, dass ein späterer Schulbeginn möglich ist.
„Auf unsere Anfrage an die Landesregierung im August letzten Jahres gab es nur magere Antworten. Daher ist aus unserer Sicht die erneute Prüfung eines späteren Schulbeginns dringend geboten“, so Spaniol abschließend.

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