„Das ÖPNV-Konzept des saarländischen Verkehrsministeriums ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, braucht aber einen langen Atem und mehr Investitionen“, sagt Jörg Caspar, der Vorstandsvorsitzende der Arbeitskammer des Saarlandes. Die wirklich gute Nachricht sei, dass der Verkehrsentwicklungsplan kurz vor dem Abschluss steht. 

Das Ministerium setzt aus AK-Sicht aber zu stark auf die Reform des Tarifsystems. Günstigere Ticketpreise seien gut und wichtig. Denn ohne eine gute Netz-Infrastruktur mit guten Verbindungen und Anschlussmöglichkeiten würden nicht mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen, sagt Caspar: „Die Vision der Ministerin, das Regionalbahnnetz Schritt für Schritt zu einem S-Bahn-Netz mit enger Taktung zu entwickeln, begrüßen wir daher ausdrücklich, weil das sehr attraktiv für die Kunden ist.“

Aus Sicht der Arbeitskammer darf zudem nicht nur in das Tarifsystem und in die Infrastruktur, sondern es muss auch in Köpfe investiert werden. Hier seien besonders die Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen gemeinsam gefordert, kundenfreundlich und zukunftsorientiert zu agieren. „Nur mit einem Dreiklang aus guten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, einer guten Tarifstruktur im ÖPNV und einer Verbesserung des Angebots wird der Nahverkehr im Saarland nachhaltig verbessert und attraktiv für neue Kunden“, so Caspar.

Die 25 Millionen Euro, die laut Verkehrsministerium bis 2023 sicher zu Verfügung stehen, reichten dafür bei weitem nicht aus. Bereits in der Vergangenheit habe die Arbeitskammer ein Investitionsvolumen von mindestens 10 Millionen Euro benannt, um bessere Arbeitsbedingungen für die rund 2.000 Beschäftigten im Saar-ÖPNV zu schaffen. Mehr als 20 Millionen Euro seien notwendig, um den Aufbau der neuen Tarifstruktur sowie die Ausweitung und Optimierung des Buslinien-Angebots zu finanzieren. „Wir sind daher gespannt, ob nun weitere Mittel vom Bund im Rahmen des Klimapakets folgen werden, um den ÖPNV im Saarland wirklich nachhaltig zu verbessern“, erklärt der AK-Vorstandsvorsitzende.

Auch beim Tarifsystem selbst muss nach Ansicht der AK nachgebessert werden. Denn Mobilität sei ein wichtiger Faktor für soziale Teilhabe von Menschen mit geringem Einkommen. „Deshalb fordert die Arbeitskammer ein Sozialticket als Monatskarte für den ÖPNV, das rund um die Uhr gültig ist und nicht erst ab 9 Uhr“, so Caspar.

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