HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN

Im laufenden Jahr sind bereits 26 Menschen im Saarland an den Folgen von Drogenkonsum gestorben. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Bereits im September hat sich abgezeichnet, dass die Zahl der Drogentoten in diesem Jahr deutlich höher als im Vorjahr liegen würde. Und bereits zu diesem Zeitpunkt hat Gesundheitsstaatssekretär Kolling eine Reihe von Gegenmaßnahmen in Aussicht gestellt. Dazu sollte unter anderem zählen, den Druckraum für Menschen freizugeben, die sich auf Entzug befinden, sowie das Entzugsmedikament Naloxon auszugeben. Doch offenbar befindet man sich diesbezüglich noch immer in der Überprüfungsphase.
Dabei wäre dringend Eile geboten, zumal hier letztlich Menschenleben auf dem Spiel stehen. Laut Angaben der Deutschen AIDS-Hilfe könnte durch die Freigabe von Drogenkonsumräumen, durch die Substitutionsbehandlung und das Notfallmedikament Naloxon die Zahl der Drogentoten nachhaltig gesenkt werden. Wir erwarten daher von der Landesregierung, diese Maßnahmen zügig umzusetzen und darüber hinaus die Präventionsangebote in der Drogenhilfe auszubauen. Dazu müssen beispielsweise mehr Mittel für Projekte des Drogenhilfezentrums bereitgestellt werden.
Zudem fordern wir von der Landesregierung, ihre Verweigerungshaltung in Bezug auf eine Liberalisierung der Drogenpolitik aufzugeben. Die in Deutschland generell steigende Zahl Drogentoter ist auch ein Ergebnis eines florierenden Schwarzmarktes, der sich eben aufgrund der bisherigen Prohibitionspolitik etablieren konnte. Das zeigt sich am Beispiel von Cannabis: Mehr als ein Drittel der 18- bis 25-jährigen hat diese Droge bereits konsumiert. Das bisherige Betäubungsmittelgesetz hat also nicht dazu geführt, dass Menschen vom Konsum abgehalten werden. Sie beziehen die Droge auf dem Schwarzmarkt und laufen damit zum einen Gefahr, verunreinigte Produkte zu erwerben. Zum anderen können sie leicht mit härteren Drogen in Kontakt kommen. Diese Gefahren ließen sich mit der Entkriminalisierung des Cannabiskonsums und einer kontrollierten Abgabe durch lizenzierte Fachgeschäfte vermeiden.“
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