Ab dem 1. August wird ein Versprechen der Bildungspolitik zur Pflicht: Grundschulkinder haben dann bundesweit einen Rechtsanspruch auf einen Platz in der Ganztagsbetreuung. Die Saar-Grünen begrüßen diesen Schritt, koppeln ihr Lob jedoch an eine klare Warnung. Denn zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffe eine Lücke, die durch fehlende Räume, zu wenig Personal und knappe Kassen weiter aufreißen könnte.
„Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist ein Meilenstein für faire Bildung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt Volker Morbe, Landesvorsitzender der Saar-Grünen. Entscheidend sei aus seiner Sicht, dass Eltern sich auf dieses Versprechen tatsächlich verlassen können. Ob ein Kind einen Platz erhalte, dürfe weder vom Wohnort noch von vorhandenen Kapazitäten abhängen.
Doch der reine Blick auf die Zahl neuer Plätze greift der Partei zu kurz. Maßstab müsse die Qualität der Angebote sein, nicht allein die Statistik. Ein Nachmittag in der Schule solle Kindern mehr bieten als eine reine Aufbewahrung bis zum Feierabend der Eltern.
„Ganztag ist weit mehr als Betreuung am Nachmittag“, betont Morbe. Er eröffne zusätzliche Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten, stärke individuelle Talente und entlaste Familien zugleich. Dafür brauche es genug Fachkräfte, moderne Räume, multiprofessionelle Teams und eine enge Verzahnung von Schule und Jugendhilfe. Sein Fazit: Der Anspruch sei nicht nur einer auf Betreuung, sondern auf gute Bildung am Nachmittag.
Damit dieser Anspruch nicht zur leeren Hülle wird, richten die Grünen ihre Forderung an Bund und Länder. Die Kommunen müssten dauerhaft besser unterstützt werden. Zwar sei die Verlängerung des Investitionsprogramms für den Ganztagsausbau richtig, angesichts des großen Nachholbedarfs sowie gestiegener Bau-, Energie- und Personalkosten reiche sie jedoch bei weitem nicht aus.
„Der Rechtsanspruch darf nicht an der Finanzierung scheitern“, mahnt Morbe. Bund, Land und Kommunen stünden nun gemeinsam in der Pflicht, die Voraussetzungen zu schaffen. Gute Ganztagsbetreuung sei keine freiwillige Leistung, sondern eine grundlegende Investition in mehr Bildungsgerechtigkeit im Land.




















