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Wo einst römische Bürger lebten und arbeiteten, wurde am vergangenen Wochenende wieder Geschichte lebendig: Das Römermuseum in Homburg-Schwarzenacker lud zu den Römertagen 2025 – und verwandelte das historische Gelände in ein lebendiges Szenario aus der Antike. Hunderte Besucher strömten bei spätsommerlichem Wetter durch die Gassen der rekonstruierten römischen Kleinstadt, begegneten Legionären in voller Montur, Gladiatoren mit Helm und Schwert – und tauchten tief ein in eine längst vergangene Welt.

Schon beim Betreten des Museumsgeländes war klar: Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. In originalgetreuer Kleidung präsentierten die Darsteller Handwerkstechniken, Alltagsszenen und militärische Abläufe der römischen Zeit. Die Gladiatorenschau im Innenhof war einmal mehr ein Publikumsmagnet – mit Kampftechniken, die auf historischen Vorbildern basieren. Für viele Gäste besonders spannend: Die Kämpfer stammen aus der Gladiatorenschule in Trier und trainieren dort regelmäßig im originalen Amphitheater.

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Ebenso beeindruckend war das medizinische Zelt: Dort zeigten Darsteller antike Heilmethoden – vom Ziehen schmerzender Zähne bis zur (simulierten) Amputation. Kräuter wie Lavendel, Kamille oder Rosmarin lagen zur Ansicht bereit – mit Infos zur damaligen Nutzung. Dass Wissen und Witz kein Widerspruch sein müssen, zeigte der Stand mit kuriosen Repliken: Eine Öllampe in Mäuseform sorgte für Schmunzeln – sie sollte früher echte Mäuse davon abhalten, das Öl aus den Lampen zu trinken.

Besonders viel Trubel herrschte bei den zahlreichen Kinderaktionen: Im überdachten Grabungsfeld konnten junge Besucher Scherben aus dem Sand bergen und sich wie richtige Archäologen fühlen. Wer wollte, bastelte sich einen eigenen Legionärshelm – bunt bemalt, mit Federn und Verzierung – oder ließ sich nach römischer Art die Haare flechten. Und beim Traubenstampfen mit den Füßen ging es nicht nur um Spaß, sondern auch um die uralte Tradition der Weinherstellung.

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Überall gab es kleine Stationen zum Staunen, Ausprobieren und Lernen. Die römischen Händler zeigten ihre Waren, ein Münzfälscher wurde von der Stadtwache zur Schau gestellt – und wer sich für römisches Recht interessierte, konnte einer inszenierten Gerichtsverhandlung nach antikem Vorbild beiwohnen.

Für kulinarische Genüsse sorgten wie gewohnt der „Römerwirt“ Capitolinus mit Speisen nach römischem Rezept und das Museumsteam mit Suppenküche und Grillstation. Wer sich eine Pause gönnen wollte, konnte im benachbarten Barockgarten flanieren. Dort ergänzte die Ausstellung „Barock im Fokus“ das Erlebnis – als gelungener Kontrast zur Antike und zweites historisches Standbein des Museums.

Saisonhöhepunkt mit Ausblick

Philipp Scheidweiler, Geschäftsführer der Stiftung Römermuseum, zeigte sich mit dem Verlauf des Wochenendes sehr zufrieden: „Das Römerfest ist unser Highlight des Jahres – und wir freuen uns riesig, dass es wieder so viele Menschen angezogen hat. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.“ Noch steht eine letzte Veranstaltung im Jahresprogramm: Im Oktober wird mit Fiat Lux ein festlicher Lichterzug durch das Museumsgelände führen – ein stimmungsvoller Ausklang vor der Winterpause.

Mit den Römertagen hat das Museum einmal mehr bewiesen, wie spannend, anschaulich und atmosphärisch Geschichtsvermittlung sein kann – für Familien, Schulklassen, Neugierige und Geschichtsfans gleichermaßen.

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Alle Bilder: Friedel Simon

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