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Rund 1.270 Beschäftigte im Saarpfalz-Kreis verabschieden sich in den kommenden Jahren Jahr für Jahr aus dem Berufsleben. Bis 2035 wird die Zahl der Menschen im Ruhestand damit auf etwa 40.900 anwachsen. Diese Zahlen legt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor und beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts. Für all jene, die diesen Schritt noch vor sich haben, verfolgt die Gewerkschaft ein klares Ziel: die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren.

Die geplante Rentenreform der Bundesregierung sorgt nach Einschätzung der NGG-Region Saar für wachsende Unsicherheit. Besonders betroffen sind Menschen, die kurz davor stehen, ihre 45 Beitragsjahre voll zu machen, oder diese Marke bereits erreicht haben. Sie fürchten, dass ein Ausscheiden aus dem Beruf jetzt mit empfindlichen Abzügen bestraft werden könnte. „Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt Tobias Wolfanger, Geschäftsführer der NGG-Region Saar.

Wer früh ins Arbeitsleben startet, dürfe dafür am Ende nicht benachteiligt werden, betont die Gewerkschaft. Dabei räumt Wolfanger mit einem verbreiteten Missverständnis auf. „Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck sind viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien keine Spitzenverdiener. Sie sind auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen“, sagt er. Das treffe auf die Beschäftigten in der Lebensmittelproduktion ebenso zu wie auf die Menschen in Bäckereien, Kantinen und Restaurants der Region.

Wie viele Erwerbstätige lange Beitragszeiten vorweisen können, zeigt ein Blick auf die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Von den rund 84.400 Männern, die Ende vergangenen Jahres im Saarland eine gesetzliche Altersrente bezogen, haben etwa 37.600 mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt. Bei den rund 105.000 Frauen traf dies auf etwa 12.200 zu. Diese Lebensleistung dürfe bei der Reform nicht aus dem Blick geraten, mahnt die NGG.

Ihren Appell richtet die Gewerkschaft direkt an CDU, CSU und SPD, die Reform sozial zu gestalten. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt sie entschieden ab. „Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, warnt Wolfanger. Für diese Menschen komme eine Erhöhung einer Rentenkürzung durch die Hintertür gleich.

Kritisch bewertet die NGG zudem die ins Spiel gebrachte Kapitalrente. Die gesetzliche Rente müsse verlässlich bleiben und dürfe nicht den Schwankungen der Finanzmärkte ausgeliefert werden. Stattdessen fordert die Gewerkschaft, das Rentenniveau weiterhin fest an die Lohnentwicklung zu koppeln. Ihr Ziel bringt sie auf eine einfache Formel: ein „Renten-Stoppschild 45″, das jedem nach 45 Beitragsjahren den abschlagsfreien Ruhestand sichert.

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