Im Streit um die Krise der SHG-Kliniken geht die FDP Saar den SPD-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Commerçon frontal an. Der Vorwurf: Commerçon stelle die Verantwortlichkeiten einseitig dar und blende dabei ausgerechnet die Rolle der eigenen Partei aus.
Auslöser ist eine Äußerung Commerçons in der Landtagssitzung vom 29. Oktober. Dort hatte er mit Blick auf einen früheren Geschäftsführer erklärt: „Mit seiner Geschäftsführung damals fing der ganze Schlammassel damals an.“ Dass Commerçon zugleich darauf hinwies, der betreffende Geschäftsführer habe auch im Landtag gesessen, deuten die Liberalen als klaren Fingerzeig auf Alfons Vogtel.
Für Dr. Helmut Isringhaus, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP Saar, greift diese Darstellung zu kurz. „Commerçon erzählt nur die halbe Wahrheit. Wer über Führungsversagen bei der SHG spricht, darf die Verantwortung des Aufsichtsrats nicht verschweigen“, hält er entgegen. Von 2011 bis 2024 habe mit Peter Gillo ein SPD-Politiker an dessen Spitze gestanden. Isringhaus fragt zugespitzt: „Soll die Verantwortung der eigenen Parteifreunde unter den Tisch fallen?“
Besonders die finanzielle Stützung des Klinikums Merzig und die darauf folgenden Abschreibungen nimmt die FDP in den Blick. Aus Sicht von Isringhaus lag es in der Pflicht des Aufsichtsgremiums, die Geschäftsführung zu kontrollieren, finanzielle Risiken kritisch zu prüfen und Fehlentwicklungen frühzeitig zu stoppen. Die Schuld nun allein Vogtel zuzuschieben und zugleich die Rolle der SPD im Aufsichtsrat auszuklammern, nennt er „schäbig“.
Über die Schuldfrage hinaus verlangt die Partei konkrete Konsequenzen für Führung und Kontrolle des Klinikverbunds. Die SHG-Kliniken bräuchten laut Isringhaus einen fachlich kompetenten Aufsichtsrat, nachvollziehbare Entscheidungen und ein wirksames Compliance-System, das Interessenkonflikte offenlegt und eingrenzt. Ebenso wichtig sei eine Geschäftsführung mit klarer medizinischer und wirtschaftlicher Strategie.
Deutliche Worte findet der FDP-Politiker schließlich zum internen Klima. Ein Führungsstil, der auf Druck und Einschüchterung setze, Chefärzte aus dem Unternehmen dränge und mögliche Nachfolger abschrecke, gefährde die Zukunft der Häuser. „Die SHG muss qualifizierte Ärzte halten und gewinnen. Dafür braucht es Kompetenz, Vertrauen und eine überzeugende Perspektive“, so Isringhaus.


















