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Beim Neujahrsempfang der SPD Homburg standen keine Visionen oder neue Leitprojekte im Vordergrund. Im Saalbau standen Themen im Mittelpunkt, die näher liegen: Sauberkeit, Sicherheit, Parken, Schulen und der Bahnhof. Dinge, an denen viele merken, ob der Alltag in der Stadt funktioniert – oder nicht.

Stadtverbandsvorsitzende Sevim Kaya-Karadag machte früh deutlich, dass die SPD ihren Blick auf genau diesen Alltag richtet. „Gewählt zu sein und die Urkunde zu bringen, ist ein Anfang. Aber jetzt muss geliefert werden“, sagte sie. Große Ankündigungen folgten nicht. Kaya blieb bei Punkten, die seit Jahren diskutiert werden: illegale Müllablagerungen, bekannte Brennpunkte ohne spürbare Konsequenzen, Unsicherheit im öffentlichen Raum. Ordnung sei kein Selbstzweck, sondern eine Frage des Respekts gegenüber denen, die hier leben, sagte sie. Sicherheit müsse insbesondere für Frauen selbstverständlich sein – auch das sei eine Aufgabe von Stadtplanung.

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Beim Thema Mobilität wurde es konkret. Parken sei für viele kein Randthema, sondern täglicher Ärger, sagte Kaya-Karadag. Ein Parkkonzept müsse nachvollziehbar sein und die Interessen von Anwohnern, Beschäftigten und Einzelhandel zusammenbringen. Auch der Bahnhof kam mehrfach zur Sprache. „Der Bahnhof ist die Visitenkarte unserer Stadt“, sagte sie. Vorplatz und Busbahnhof müssten gemeinsam erneuert werden – sicher, barrierefrei und einladend. Fördermittel von Bund und Land dürften dabei nicht liegen bleiben.

Den Schwerpunkt des Abends verlagerte anschließend Innen-, Bau- und Sportminister Reinhold Jost und nannte mehrere Zahlen, die für Homburg konkret werden. Am Standort Webersberg soll eine komplett neue Förderschule entstehen. Das Land investiert dafür über 50 Millionen Euro. Damit soll der Schulstandort Homburg langfristig gesichert werden. Ein weiteres Projekt betrifft den Zunderbaum. Dort soll ein Standort für Feuerwehr sowie Bevölkerungs- und Katastrophenschutz entstehen. Jost sprach von einer Investition des Landes von über 55 Millionen Euro. Der Standort ist bewusst in Homburg geplant. Jost sagte, nicht alles müsse in Saarbrücken gebündelt werden.

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Besonders deutlich wurde Jost beim Universitätsklinikum des Saarlandes. In den kommenden zehn bis 15 Jahren will das Land über eine Milliarde Euro in den UKS-Campus investieren. Ziel sei nicht nur der Erhalt des Standorts, sondern eine moderne medizinische Versorgung und zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. „Es ist uns jeden Euro wert“, sagte Jost. Hinzu kommen Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen. Rund 21,8 Millionen Euro sollen in den Bereich der Universitätsstadt Homburg fließen. Für den Schulbau stehen zusätzlich fünf Millionen Euro aus Landesmitteln bereit. Für den Umbau des Waldstadions nannte Jost eine weitere Investition von fünf Millionen Euro. Zusammen mit weiteren Zuschüssen für Schulen und Kitas ergeben sich für Homburg Beträge deutlich über 20 Millionen Euro.

Auch beim Thema Wohnen wurde es konkret. Jost verwies auf ein Projekt hinter dem alten Rathaus in der Kaiserstraße. Dort entstehen 137 Wohneinheiten mit bezahlbarem, sozialem Wohnraum. Das Vorhaben ist Teil eines landesweiten Programms, mit dem der Mangel an günstigen Wohnungen angegangen werden soll – sichtbar auch in Homburg.

Einen stilleren Moment setzte die SPD Homburg mit der erstmaligen Verleihung ihres Bürgerpreises. Ausgezeichnet wurde die Freiwillige Feuerwehr Homburg. „Bei Tag und bei Nacht, bei Unwetter und in den schlimmsten Momenten“, sagte Kaya-Karadag, könne man sich auf sie verlassen. Vertreter der Feuerwehr nahmen den Preis stellvertretend für rund 250 aktive Mitglieder entgegen.

Große neue Projekte kündigte die SPD an diesem Abend nicht an. Die Punkte, die gesetzt wurden, lagen näher: Müll, Sicherheit, Parken, der Bahnhof. Ob und wann sich daran etwas ändert, blieb offen.

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Alle Bilder: Friedel Simon:

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