Der Neujahrsempfang der CDU Homburg setzte in diesem Jahr deutliche politische Akzente. In einer Phase gesellschaftlicher Verunsicherung und wachsender Spannungen stand der Vormittag ganz im Zeichen von Verantwortung, Handlungsfähigkeit und der Frage, wie Demokratie vor Ort gestärkt werden kann. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Ehrenamt und Organisationen kamen am Samstag im Saalbau Homburg zusammen, um aktuelle Entwicklungen einzuordnen und den Blick auf das politische Jahr 2026 zu richten.
Michael Rippel, Fraktionsvorsitzender der CDU im Homburger Stadtrat, eröffnete den Empfang mit einer grundsätzlichen Standortbestimmung. Er warnte davor, politische Fehlprioritäten und mangelnde Umsetzungsstärke kleinzureden. „Wenn Menschen zunehmend das Gefühl haben, dass der Staat nicht funktioniert, dass er nicht handlungsfähig ist, dann nützt das am Ende nur den politischen Rändern“, sagte Rippel. Demokratie müsse sich im Alltag bewähren – durch Verlässlichkeit, Ordnung und nachvollziehbare Entscheidungen.
Mit Blick auf bundespolitische Debatten stellte Rippel die Situation in Homburg bewusst dagegen. Trotz angespannter Rahmenbedingungen stehe die Stadt vergleichsweise stabil da. Der städtische Haushalt solle erneut im Februar verabschiedet werden und gelte aus Sicht der CDU als genehmigungsfähig. Für die kommenden zwölf Jahre seien der Stadt zudem Strukturhilfen in Höhe von 22 Millionen Euro zugesagt worden. Diese Mittel, so Rippel, müssten nicht kurzfristig verteilt, sondern strategisch eingesetzt werden.
Einen Schwerpunkt legte der Fraktionsvorsitzende auf die kommunale Infrastruktur. Er verwies auf anstehende Investitionen in das Sportzentrum Erbach und das Waldstadion, betonte jedoch, dass sich kommunale Zukunft nicht auf wenige Großprojekte reduzieren dürfe. „Wir wollen dieses Geld nicht nur in zwei Leuchttürme stecken“, sagte Rippel. Vor allem die sieben Grundschulen im Stadtgebiet stünden vor erheblichen Herausforderungen. Containerlösungen seien als Übergang notwendig gewesen, könnten aber kein dauerhafter Zustand bleiben. Bildung sei eine der zentralen Zukunftsaufgaben der Stadt – auch mit Blick auf den ab dem Schuljahr 2026/27 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.
Am Rande der politischen Debatten würdigten die Redner zudem den Einsatz der Homburger Feuerwehr sowie der beteiligten Hilfsorganisationen, die nach einem schweren Brand in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Erbach in den vergangenen Tagen unter schwierigen Bedingungen im Einsatz gewesen waren.
Da Oberbürgermeister Michael Forster krankheitsbedingt entschuldigt war, sprach Beigeordneter Philipp Scheidweiler in Vertretung für die Stadt Homburg. Er dankte den städtischen Mitarbeitern und Einsatzkräften für ihre Arbeit und ging ebenfalls auf das Thema Bildung ein. Ziel sei es, frühzeitig strategische Entscheidungen zu treffen, um kommende gesetzliche Anforderungen bewältigen zu können. Die Stadt müsse vorbereitet sein, „damit wir nicht nur reagieren, sondern gestalten können“.
Auch die Perspektive aus den Stadtteilen floss in die Debatte ein. Markus Uhl, Ortsvorsteher von Erbach und Generalsekretär der CDU Saar, hob die Bedeutung funktionierender kommunaler Strukturen hervor. Politische Entscheidungen müssten dort Wirkung entfalten, wo Menschen lebten. Gerade auf kommunaler Ebene entscheide sich, ob Politik als glaubwürdig wahrgenommen werde.
Jüngere Akzente setzte Ruwen Lorenz, Vorsitzender der Homburger Jungen Union. Er sprach über die Bedeutung lebendiger Innenstädte, wirtschaftlicher Vielfalt und kultureller Angebote. Kultur sei mehr als ein freiwilliges Extra, sondern ein Standortfaktor. „Wenn wir wollen, dass Menschen in unsere Stadt kommen und bleiben, dann brauchen wir Orte, an denen Leben stattfindet“, betonte Lorenz. Gleichzeitig warb er für politisches Engagement, insbesondere auf kommunaler Ebene.
Einen inhaltlichen Höhepunkt bildete der Gastvortrag von Oberst Uwe Staab, Kommandeur des Landeskommandos Saarland. Er sprach über die sicherheitspolitische Lage und die Notwendigkeit, Vorsorge ernst zu nehmen. „Plan for the worst and hope for the best“, formulierte Staab mit Blick auf zivile und militärische Strukturen. Abschreckung und Vorbereitung seien keine Panikmache, sondern Voraussetzung dafür, Krisen zu verhindern oder zu bewältigen.
Staab hob dabei ausdrücklich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, Kommunen und Hilfsorganisationen hervor. Ehrenamtliche Strukturen seien ein zentraler Pfeiler der Gesellschaft. Sicherheit beginne nicht erst im Ernstfall, sondern durch Übung, Koordination und klare Zuständigkeiten.
Der Neujahrsempfang der CDU Homburg machte deutlich, dass das politische Jahr von großen Aufgaben geprägt sein wird. Zugleich formulierte die CDU vor Ort den Anspruch, diesen Herausforderungen mit Planung, Verantwortungsbewusstsein und kommunaler Bodenhaftung zu begegnen – mit einem klaren Fokus auf Bildung, Infrastruktur und Sicherheit.
Alle Bilder: Friedel Simon





























































