Der 8. Mai soll im Saarland zum gesetzlichen Feiertag werden – das fordert Die Linke Saar mit Nachdruck. Der saarländische Landesverband will damit ein dauerhaftes Zeichen der Erinnerung an das Ende des Nationalsozialismus und der Befreiung Europas von Krieg und faschistischer Herrschaft setzen.
Der stellvertretende Landesvorsitzende Dennis Kundrus macht dabei eine bewusste Unterscheidung: „Der 8. Mai ist kein Tag der ‚Befreiung der Deutschen‘, sondern der Tag der Befreiung vom deutschen Nationalsozialismus.“ Es gehe darum, an die Millionen Opfer des NS-Regimes zu erinnern und jeder Form von Faschismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Diese Klarstellung ist der Partei offenkundig wichtig – sie rückt nicht die deutsche Perspektive ins Zentrum, sondern die Verantwortung, die aus der Geschichte erwächst.
Für Die Linke Saar vereint das Datum mehrere Dimensionen. Es sei zugleich ein Tag des Gedenkens, ein Anlass zur Freude und ein Auftrag an die Politik. Die Niederlage des NS-Regimes habe Europa von Terror und Krieg befreit und Millionen Menschen wieder Hoffnung auf ein friedliches Leben gegeben. „Dass Menschen nach Jahren von Krieg und Verfolgung wieder frei leben konnten, ist auch ein Grund zur Freude“, betont Kundrus. Gerade in der heutigen Zeit brauche es eine starke Erinnerungskultur und klare antifaschistische Zeichen.
Mit der Forderung nach einem gesetzlichen Feiertag verbindet die Partei ein konkretes gesellschaftspolitisches Ziel. Ein solcher Tag schaffe Raum für Erinnerung, Diskussion und gesellschaftliche Auseinandersetzung, argumentiert Kundrus. Das Saarland solle hier vorangehen und ein deutliches Signal für antifaschistisches Bewusstsein und eine friedliche Zukunft senden. Hinter dem Vorstoß steht die Überzeugung, dass Gedenken nicht allein in Sonntagsreden stattfinden darf, sondern einen festen Platz im Kalender verdient.
Der 8. Mai erinnere zudem daran, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei, sondern politisch wie gesellschaftlich verteidigt werden müsse. Ob die Forderung im saarländischen Landtag auf Resonanz stößt, bleibt abzuwarten. Bislang ist der 8. Mai in keinem deutschen Bundesland ein gesetzlicher Feiertag – lediglich 2020 erklärte Berlin das Datum einmalig zum arbeitsfreien Tag, um den 75. Jahrestag der Befreiung zu würdigen. Sollte das Saarland dem Vorschlag folgen, wäre es das erste Bundesland mit einem dauerhaften Feiertag an diesem historischen Datum.























