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In Deutschland gilt seit Mitte 2021 eine neue Glücksspielverordnung, dadurch wurde das Glücksspiel weitgehend liberalisiert. Der Hintergrund hierzu war, dass das europäische Recht die Diskriminierung von ausländischen EU-Firmen untersagt. Eine Glücksspielfirma aus Malta war daher befugt, legal in Deutschland zu agieren. Mit der Liberalisierung möchte der Staat ebenfalls von der Branche profitieren durch Steuereinnahmen und zugleich für einen besseren Jugendschutz und Spielerschutz sorgen. Ein Online Casino Deutschland benötigt daher entsprechend eine Lizenz.

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Was hat sich seither geändert?

Durch die Neuregulierung des Glücksspiels gab es einige Änderungen, welche zuvor in einem 70-seitigen Entwurf zusammengefasst worden waren. Die Bundesländer haben gemeinsam ein Konzept ausgearbeitet und Einzelheiten besprochen, sodass das neue Gesetz auch tatsächlich Mitte 2021 ohne Verzug umgesetzt werden konnte. Zuvor gab es ab Oktober 2020 eine Tolerierung des Marktes. Die gravierendste Änderung ist, dass Online-Glücksspiel aus der Grauzone hervorgebracht worden ist, ab sofort steht dieser gesamte Sektor unter Auflagen, welche nicht umgangen werden können. Eine Änderung für den Spieler ist auch, dass ab sofort nur noch für 1.000 Euro im Monat gespielt werden kann – mehr ist aufgrund der Sperrdatei nicht möglich, egal in welchem Online-Casino.

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Durch die Einführung der Sperrdatei kann auch der Jugendschutz profitieren, denn ab sofort muss sich über einen Ausweis verifiziert werden. Wenn das nicht getan wird, ist ein Spielen nicht möglich. Zeitgleich herrscht ein umfangreiches Werbeverbot für das Glücksspiel, wodurch Kinder und Jugendliche weniger mit diesem Thema konfrontiert werden. Der Staat hat seine Ausgaben für Aufklärung über Glücksspiel und für die Arbeit in Bezug auf Glücksspielsucht erhöht, somit soll dem Suchtverhalten in Deutschland entgegengewirkt werden. Die Ausgaben hierfür sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Wann ist Glücksspiel in Deutschland verboten?

Glücksspiel in Deutschland ist immer dann verboten, wenn der Anbieter entgegen dem neuen Gesetz handelt. Trotz der Liberalisierung gibt es entsprechende Vorgaben, an welchen sich zwingend gehalten werden muss. Ein Absatz im neuen Glücksspielstaatsvertrag beinhaltet so etwa, dass alle Anbieter, welche weiterhin ihre Dienstleistung im Internet für deutsche Kunden anbieten, eine Straftat begehen – illegales Online-Glücksspiel gilt dann als Steuerstraftatbestand.

Welche Auswirkungen hat das neue Gesetz?

Das neue Gesetz wird positive Auswirkungen haben, denn der Staat wird seine Steuereinnahmen erhöhen und der Profisport wird durch neue Gelder gefördert, denn fortan können Sponsoren aus dieser Branche mehr als Sponsoren agieren, ohne sich in einer Grauzone zu befinden. Das kommt dem Sport zugute. Weiterhin werden neue Arbeitsplätze geschaffen, denn Unternehmen mit einer Lizenz, können neue Büros in Deutschland eröffnen. Firmen aus Deutschland haben zeitgleich nun auch die Möglichkeit, nicht nur Software für den Bereich herzustellen, sondern auch eigene Casinos zu betreiben – dadurch werden sich die Umsätze erhöhen, wodurch wiederum in Form der Körperschaftssteuer in der Gesellschaft profitiert wird. 

Zeitgleich zieht Deutschland mit anderen Ländern gleich, denn Deutschland war bisher das einzige Land in der Europäischen Union, welche nicht den Glücksspielmarkt legalisiert hatte. Das führte dazu, dass die Spieler aus Deutschland auf Plattformen gespielt haben, welche teilweise von Manipulation und Betrug betroffen waren.

Gibt es auch Kritik am neuen Gesetz?

Nachdem in den Medien der Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag behandelt worden war, gab es zeitgleich auch Kritik von Experten. Die Bundesregierung hatte die Neuregulierung damit vorgestellt, dass fortan ein besserer Spieler- und Jugendschutz gewährleistet werden kann, die Kritiker werfen aber vor, dass es lediglich um höhere Steuereinnahmen ging. Tatsächlich ist es aber so, dass Firmen wie etwa Sportwetten-Anbieter es deutlich schwieriger haben. Die Vorgaben müssen umgesetzt werden, hierbei dürfen auch keine Fehler passieren, denn ansonsten könnte die Lizenz entzogen werden. Die Vorgaben für den Spielerschutz müssen daher unbedingt umgesetzt und überwacht werden.

Die Anbieter stehen so auch in der Pflicht, dass ein Spieler nicht mehr als 1.000 Euro im Monat ausgeben darf. Zudem muss der Spieler stets einen Überblick bezüglich Einnahmen und Ausgaben haben, ansonsten handelt es sich um einen Verstoß gegen das neue Gesetz. Das System muss auch mit einer Früherkennung ausgestattet sein, dieses muss erkennen, ob der Spieler suchtgefährdet ist. Kleine Anbieter haben es deutlich schwieriger, all diese Regelungen umzusetzen, da es insbesondere an der Finanzkraft fehlt. Das könnte langfristig zur Bildung von Monopolen führen. Einheitliche Systeme, wodurch kleine Anbieter profitieren könnten, gibt es nicht.

Wie funktioniert die Sperrdatei?

Die Sperrdatei steht im Zentrum der Neuregulierung, hierüber muss jedes Online-Casino verfügen. Bisher galten Online-Casinos als gefährlich, denn die Hürde für den Einstieg ist niedrig und eine Selbstkontrolle haben die Spieler infolge von hohen Gewinnen kaum noch, meistens resultiert dies im Totalverlust. Damit dieses Problem künftig nicht mehr auftritt, gibt es die sogenannte Sperrdatei. Diese Datei umfasst auch die Selbstsperrung durch den Spieler, wenn der Spieler künftig verhindern will, noch einmal zu spielen, dann wird dies in der Datei erfasst und somit wird der Spieler in ganz Deutschland sowohl in örtlichen als auch in Online-Casinos sofort gesperrt. Damit kann auch einem Suchtverhalten entgegengewirkt werden.

Allerdings muss die Sperrdatei auch die Sperrung durch den Anbieter erfassen, dies ist immer dann der Fall, wenn bereits 1.000 Euro in einem Monat einbezahlt worden sind oder der Spieler gegen die AGB verstoßen hat. In seltenen Fällen können aber auch Behörden eine Spielersperre aussprechen.

Datenschutz als Problem?

Datenschützer sind hierüber aber besorgt, denn die Datei wird zentral abgelegt und könnte – so vermuten, die Datenschützer – auch für andere Zwecke missbraucht werden. Jeder Spieler sollte sich dessen bewusst sein, dass das Spielverhalten von nun an mit protokolliert wird. Ein anonymes Spielen im Online-Casino oder in einem örtlichen Casino ist fortan nicht möglich. Die Sperrdatei ist zeitgleich auch die erste Anforderung, um das eigene Angebot in Deutschland lizenzieren zu dürfen. Liegt das System nicht vor, ist eine Lizenz unmöglich. Die Behörden sind jederzeit in der Lage, die Funktionalität dessen zu überprüfen, und zwar automatisiert.

Durch die neue Glücksspielverordnung hat sich in Deutschland vieles geändert. Die Grauzone wurde gänzlich aufgelöst, dies kommt den Firmen zugute, wodurch auch Steuereinnahmen erzielt werden und selbstverständlich auch den Spielern. Die Manipulation- und Betrugsgefahr wurde in den letzten Jahren immer deutlicher, für den Spieler gab es keine Möglichkeit, die Funktionalität zu überprüfen. Von nun an, ist jede Auszahlungsquote so, wie es sein muss. Dies wird dadurch gewährleistet, dass sich die Behörden jederzeit Zugang zum System verschaffen dürfen, um diese Einstellungen zu überprüfen.

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