Symbolbild

Mit seinem neuen Vorschlag, den beschäftigten Pflegekräften in Krankenhäusern eine Einmalzahlung zukommen zu lassen, setzt Bundesgesundheitsminister Spahn die Missachtung der Leistungen anderer Gesundheitsberufe in der Corona-Pandemie fort, so der Verband medizinischer Fachberufe e.V. und die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA).

„Das ist ein weiterer Schlag ins Gesicht der Medizinischen Fachangestellten (MFA), die seit Beginn der Pandemie in den niedergelassenen Praxen und in der Betreuung der Patient*innen im häuslichen Umfeld am Limit arbeiten“, erklärt dazu Hannelore König, Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V., der als Berufsverband und unabhängige Gewerkschaft neben den MFA auch die Interessen der Tiermedizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten sowie der angestellten Zahntechniker*innen vertritt.

MFA waren in der ersten und zweiten Welle wesentlich für den Schutzwall vor den Kliniken. Sie haben an der Seite der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bis zu 95 Prozent der COVID-19-Patienten versorgt. Sie haben die freiwilligen PCR-Tests von Urlaubsrückkehrer*innen ermöglicht. Sie fangen Engpässe im öffentlichen Gesundheitsdienst auf, wenn die Patient*innen dort keine Antworten auf ihre Fragen erhalten. Sie versorgen die Pflegebedürf-tigen in den Pflegeeinrichtungen und der Häuslichkeit und führen auch dort PCR-Tests durch. Sie impfen in mobilen Impfteams und Impfzentren gegen COVID-19.

„Wenn es das Ziel ist, den herausragenden Einsatz der besonders betroffenen Beschäftigten bei der Versorgung von Covid-19-Patienten über eine Corona-Prämie finanziell anzuerkennen, dann haben MFA diese Prämie ebenso verdient“, betont Erik Bodendieck, Vorsitzender der AAA. MFA sind laut AOK-Krankheitsdaten inzwischen am zweithäufigsten von COVID-19-Erkrankungen betroffen – noch vor den Pflegekräften. Allein dies zeigt, dass nicht nur die Beschäftigten auf Intensivstationen hohen Belastungen ausgesetzt sind.

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