Bild: Martin Kaufhold

Im Februar kommt mit Giacomo Puccinis „Turandot“ wieder große Oper auf die Bühne des Saarländischen Staatstheaters.

Inszeniert wird die Geschichte um die grausame Prinzessin Turandot von Jakob Peters-Messer. In den Hauptpartien geben Aile Asszonyi als Turandot, Pauliina Linnosaari als Liù und Angelos Samartzis als Calaf ihre Rollendebüts. Und als Finale – Puccini starb, ehe er die Oper vollenden konnte – erklingt die von Luciano Berio 2002 neu geschaffene Version.

Ein Volk im Blutrausch: Die öffentliche Köpfung eines weiteren Heiratsanwärters steht bevor. Denn Prinzessin Turandot stellt jedem, der es wagt, ihr seine Aufwartung zu machen, drei Rätsel. Wer die Antworten nicht kennt, bezahlt mit dem Leben. Doch dann stört ein unbekannter Prinz die Idylle der Unnachgiebigkeit und geht das potenziell tödliche Spiel ein – und gewinnt. Doch was?

„Turandot“ ist Puccinis letzte Oper. Insbesondere der Schluss sollte für ihn zur Tortur werden, eine endlose konfliktreiche Suche. Und so endet Puccinis Werk nicht nur mit dem Tod der Figur Liùs – sondern auch mit seinem eigenen. Mit dem Ringen um das Ende und der vermeintlichen Moral der Geschichte kristallisierte sich eine der Kernfragen von „Turandot“ heraus. Denn welches Ende verdient die vermeintlich eiskalte, männermordende Herrscherin? In Saarbrücken erklingt nicht der sonst übliche Schluss von Franco Alfano, sondern das 2002 nach Entwürfen Puccinis nachkomponierte Finale von Luciano Berio, der zu den wichtigsten italienischen Komponisten des 20. Jahrhunderts zählt.

„Turandot“ feiert am Samstag, 5. Februar 2022, 19:30 Uhr im Großen Haus des Saarländischen Staatstheaters Premiere, bis Mai 2022 sind weitere Aufführungen geplant.

DIE WANDLUNG DER GRAUSAMEN PRINZESSIN

Turandot, die Eiskalte, Turandot, die Undurchdringliche, Turandot, die Grausame – kaum eine Frauenfigur, kaum eine Oper ist so mit Klischees beladen, wie Giacomo Puccinis letzte Oper. Der Stoff, angesiedelt in einer märchenhaften Version von China, musikalisch versetzt mit Zitaten einer chinesischen Spieldose, spürbar verwandt mit der Komik der Commedia dell’arte, kurz: eine schillernde, großformatige Erzählung und doch ein Rätsel.

Denn wie kann die kaltherzige Prinzessin Turandot Liebe erfahren? Wie kann der unbekannte Prinz mehr sein, als ein von Machismo und Machthunger gesteuerter Usurpator? Regisseur Jakob Peters-Messer stellt sich in seiner Inszenierung der Frage danach, wie viel Ambivalenz wir aushalten und wie viel Mut es braucht, um mit der Konsequenz der eigenen Entscheidungen leben zu können. Da Puccini selbst starb, ehe er seine letzte Oper vollenden konnte, sind gerade diese Aspekte in einem gewissen Schwebezustand, für den aber gerade das auch in Saarbrücken erklingende, im Jahr 2002 komponierte, neue Finale von Luciano Berio ein perfektes Vehikel ist. Es greift stark auf die Skizzen Puccinis zurück, lehnt aber die Apotheose ab und bietet stattdessen einen zutiefst menschlichen, berührenden Blick auf überlebensgroße Figuren, denen wir so näherkommen als je zuvor.
Anna Maria Jurisch

——————————————————————————————

TURANDOT
Oper in drei Akten und fünf Bildern von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simono nach Carlo Gozzi
Mit dem Finale von Luciano Berio.

In italienischer Sprache mit deutschen und französischen Übertiteln

Besetzung
Musikalische Leitung Stefan Neubert
Inszenierung Jakob Peters-Messer
Bühnenbild Sebastian Hannak
Kostüme Tanja Liebermann
Dramaturgie Anna Maria Jurisch

La Principessa Turandot Aile Asszonyi
L’Imperatore Altuom Wolfgang Neumann
Timur
Hiroshi Matsui
Calaf Angelos Samartzis
Liù
Pauliina Linnosaari
Ping Peter Schöne
Pang
Algirdas Drevinskas
Pong Sung Min Song
Un mandarino Burak Karaoğlanoğlu

Opernchor des Saarländischen Staatstheaters
Saarländisches Staatsorchester
Extrachor, Kinderchor und Statisterie

Premiere
Samstag, 5. Februar 2022
19:30 Uhr, Großes Haus 

Weitere Vorstellungen
Freitag, 11. Februar 2022, 19:30 Uhr
Dienstag, 15. Februar 2022, 19:30 Uhr
Sonntag, 20. Februar 2022, 14:30 Uhr
Freitag, 4. März 2022, 19:30 Uhr
Samstag, 12. März 2022, 19:30 Uhr
Sonntag, 20. März 2022, 18:00 Uhr
Donnerstag, 31. März 2022, 19:30 Uhr
Sonntag, 3. April 2022, 18:00 Uhr
Freitag, 15. April 2022, 18:00 Uhr
Mittwoch, 18. Mai 2022, 19:30 Uhr

Tipp: Schon vor der Premiere gibt das Saarländische Staatstheater erste Einblicke in die Produktion – in einer Soiree am Dienstag, 25. Januar 2022, 18 Uhr wird das künstlerische Konzept der Produktion vorgestellt, und beim anschließenden Besuch der Bühnenorchesterprobe gibt´s musikalische Kostproben, erster Blick aufs Bühnenbild inbegriffen. | Die Soiree beginnt im Mittelfoyer (Großes Haus), Eintritt frei, um Anmeldung an der Theaterkasse wird gebeten.

KARTEN
Vorverkaufskasse, Schillerplatz 2, 66111 Saarbrücken
Montag bis Freitag: 10 – 18 Uhr, Samstag: 10 – 14 Uhr
Telefon (0681) 3092-486 | Fax (0681) 3092-416 | E-Mail kasse@staatstheater.saarland

Vorheriger ArtikelEsra Limbacher (SPD) wirbt um Erhalt der Ausbildungsplätze bei Festo
Nächster ArtikelMatthias Koch ist der neue Marktmeister von St. Ingbert

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.