Der Zustand und der Betrieb der Freibäder im Saarland war in den vergangenen Wochen immer wieder Thema. Auch Kirkel blieb mit seinem Solarfreibad in Limbach und seinem Naturfreibad in Kirkel-Neuhäusel davon nicht verschont. In Limbach brachte eine Bestandüberprüfung und der da erkannte Sanierungsbedarf in Millionen-Höhe die Sperrung der Sprunganlage und einen Abbau der Rutsche im Nichtschwimmer-Bereich. In Kirkel-Neuhäusel führten Einsparungen dazu, dass die Kasse an der Goethestraße, einer von zwei Zugängen zum Bad, geschlossen wurde.
Doch es sind nicht diese eher weniger erfreulichen Nachrichten, die man in der Kirkeler Verwaltung mit der Saison 2025 in Verbindung bringen will. Vielmehr führt man im Rathaus an, was die beiden Bäder im Vergleich zu anderen im Saarland und in der Region im Positiven unterscheidet. Und das sei einiges. So halte man die Öffnungszeiten über die Saison hinweg in beiden Bädern im gewohnten Umfang aufrecht – von 9 Uhr am Morgen bis 20 Uhr am Abend. Und das ausnahmslos an allen Tagen über die gesamte Saison hinweg. „Anders als in so manchen anderen Bädern gibt es bei uns keinen Ruhetag und keine halben Öffnungstage“, macht Bürgermeister Dominik Hochlenert deutlich.
Doch es ist eben nicht nur, bei allen Herausforderungen der finanziellen und logistischen Rahmenbedingungen, die Beständigkeit bei den Öffnungszeiten, die man im Kirkeler Rathaus auf die Haben-Seite bucht. „Wir denken auch ‚Out-of–the-Box‘“, macht Hochlenert klar. Was er damit meint? Vor allem zwei Projekte, die man seitens der Gemeindeverwaltung zu Gunsten der beiden Bäder – und damit zu Gunsten der Nutzer – umgesetzt hat. Zum einen sei es gelungen, über einen öffentlichen Aufruf ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. „Mit denen ist es uns nun möglich, an Sonntagen in den Ferien den Zugang an der Goethestraße, also zum Ortskern hin, für Inhaber von Saison- und Familienkarten zu öffnen.“ Damit erfülle man den Wunsch eines manchen Bürgers und Bürgerin, die die Schließung der Kasse dort bedauert hatten. Allerdings, auch das macht Hochlenert klar: Aus organisatorischen Gründen sei es auch weiterhin nicht möglich, dort Eintrittskarten zu erwerben. Auch der Durchgang durch das Bad von Kasse zu Kasse müsse während der Saison aus rechtlichen Gründen gesperrt bleiben.

Der Einsatz der Ehrenamtlichen habe sich im Gegenzug aber als gerne angenommene Anpassung erwiesen. „Schon am ersten ‚Öffnungssonntag‘ haben zahlreiche Gäste die Möglichkeit des Zugangs an der Goethestraße genutzt“, zieht Hochlenert eine erste Bilanz des Premieren-Projekts.
Doch damit ist es in Sachen „Wir tun was für unsere Bäder“ in Kirkel noch nicht getan. So hat man ohne Kosten eine komplette Werbekampagne in den Sozialen Medien ins Rollen gebracht. Möglich gemacht hat auch das ein öffentlicher Aufruf. Auf den hin meldeten sich einige Darstellerinnen und Darsteller, die ohne Honorar – als „Bezahlung“ erhielten sie nur alle entstandenen Bilder – für ihr Freibad vor die Kamera traten. Auch für den Fotografen wurde kein Geld fällig, der kam aus dem eigenen Haus. Das Ziel der Kampagne ist es, den Bekanntheitsgrad der beiden Bäder mit ihren ganz unterschiedlichen Charakteren weiter und über die bestehenden Grenzen hinaus zu erhöhen.

Mit alle den genannten Maßnahmen, getragen vor allem auch von der Maßgabe, mit minimalen finanziellen Einsatz kurz- und langfristige Verbesserungen im Betrieb und bei der Auslastung der beiden Bäder zu erzielen, trage der Anforderung Rechnung, den Badebetrieb attraktiv zu halten. Dazu zähle auch die Neubeschaffung einer Schwimmkrake, also eines großen Wasserspielgeräts, für das Naturfreibad in Kirkel-Neuhäusel.
Und man beweise, dass man auch in einem engen finanziellen Rahmen Spielräume für Idee entwickeln könne. Von diesen Ideen, da lässt sich Hochlenert schon mal in die Karten schauen, soll es in der kommenden Saison 2026 noch mehr geben.

















