Foto: Elmer Geissler

Es gibt Konzerte, bei denen Musik buchstäblich an ihren Ursprungsort zurückfindet. Wenn der Klassische Chor der RPTU Kaiserslautern am Samstag, 27. Juni 2026, um 19 Uhr in der Homburger Kirche St. Michael sein Programm »federleicht. Liebe · Geist · Licht« anstimmt, erklingt darin ein Werk, das vor fast 180 Jahren eigens für einen Homburger komponiert wurde – und nun in jene Stadt heimkehrt, der es seit seiner Widmung gehört.

Rund fünfzig Stimmen tragen den Abend, ohne jede instrumentale Begleitung. Unter der Leitung von Maximilian Rajczyk spannt das Ensemble einen weiten Bogen, der in der deutschen Romantik beginnt und bis in die Chormusik der Gegenwart reicht. Drei Begriffe geben dem Programm seine innere Ordnung: Liebe, Geist und Licht.

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Gerade das Licht zieht sich wie ein leuchtender Faden durch den gesamten Abend. Es funkelt in Ēriks Ešenvalds‘ »Stars«, leuchtet in Morten Lauridsens »O nata lux« und schimmert noch in »Abide with me« durch die Dunkelheit hindurch. Hinzu kommen Ola Gjeilos inniges »Ubi caritas«, geistliche Sätze von Joseph Gabriel Rheinberger sowie vier Silcher-Lieder, darunter »Die Lorelei« und »Der alte Barbarossa«. Den Rahmen bilden Frank Tichelis »Earth Song« und Kate Rusbys »Underneath the Stars« in einem Arrangement von Clements.

Doch das eigentliche Herzstück hat eine ganz eigene Homburger Geschichte. 1845 wandte sich der Jurastudent Friedrich Aulenbach an Felix Mendelssohn Bartholdy mit einer ungewöhnlichen Bitte: Der Komponist möge ein Gedicht vertonen, das einem kurz zuvor verstorbenen Kommilitonen gewidmet war. Mendelssohn schrieb einen schlichten vierstimmigen A-cappella-Satz nieder und versah ihn mit den Worten »Für Friedrich Aulenbach in Homburg«. Den heute geläufigen Titel »Trauergesang« erhielt das Stück erst posthum, mit dem Erstdruck von 1869.

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Für Dirigent Maximilian Rajczyk verbindet sich mit dem Auftritt eine besondere biografische Klammer. »Mit diesem Programm in St. Michael zu singen, ist für mich ein doppeltes Heimkommen«, sagt der 1992 in Homburg geborene Chorleiter. »Ich bin in Homburg geboren, und mit Mendelssohns Trauergesang bringen wir ein Stück zurück, das vor fast 180 Jahren für einen Homburger entstanden ist. Solche Kreise schließen sich nicht oft.«

Rajczyk leitet die Chorschule am Peter-Cornelius-Konservatorium der Stadt Mainz und hat seit 2022 einen Lehrauftrag für Chorleitung an der RPTU Kaiserslautern. Studiert hat er Kirchenmusik und Dirigieren bei Prof. Georg Grün an der Hochschule für Musik Saar, 2021 wurde er mit dem Kinderchorland-Preis der Deutschen Chorjugend ausgezeichnet. Den Klassischen Chor führt er seit Oktober 2021, zuletzt mit Großprojekten wie Bachs Weihnachtsoratorium und Carl Orffs Carmina Burana.

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Das Ensemble selbst blickt auf eine fast fünfzigjährige Tradition zurück. Studierende, Mitarbeitende und externe Sängerinnen und Sänger musizieren hier generationenübergreifend, vom Repertoire der Renaissance bis in die Moderne. Der Eintritt in St. Michael ist frei, um Spenden wird gebeten. Wer das Programm nicht in Homburg hören kann, hat in Kaiserslautern zwei weitere Gelegenheiten: zur öffentlichen Generalprobe am Mittwoch, 24. Juni, um 19 Uhr sowie am Sonntag, 28. Juni, um 17 Uhr an der RPTU.

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