Archivbild: Grünen-Fraktionschef im Homburger Stadtrat, Marc Piazolo - Bild: Stephan Bonaventura

Am kommenden Sonntag werden die Weichen der Grünen im Saarland neu gestellt. Aus Sicht von Prof. Marc Piazolo, stellvertretender Landesvorsitzender der Grünen im Saarland, bewegen sich Die Grünen nicht nur auf der Landesebene in eine falsche Richtung.

Hierzu seine offizielle Stellungsnahme:

„Die Personaldiskussionen im Zuge der Aufstellung der Bundestagsliste und der anstehenden Wahlen zu einem neuen Landesvorstand haben in den letzten drei Monaten zwischenmenschliche Gräben offenbart, die durch den Erneuerungsprozess mit Tina Schöpfer und Markus Tressel überwunden schienen.“ Nach der verlorenen Landtagswahl 2017 setzen wir alle gemeinsam auf die Entwicklung inhaltlich fundierter Positionen und blieben auch als außerparlamentarische Opposition im Lande deutlich sichtbar.

Ohne das hohe ehrenamtliche Engagement der vielfältig aktiven Landesarbeitsgemeinschaften und dem Zuspruch von jungen Neumitgliedern im Zuge der Klimabewegung und der Europawahl 2019 war dies nur mit dem integrativen Ansatz der Landesspitze möglich. Daher sind die jüngsten Einflussnahmen auf die Grüne Jugend sowie die versuchte „kalte“ Übernahme der Landesarbeitsgemeinschaft Feminismus und Gleichstellung besonders erschreckend. Gleiches gilt für die Art und Weise, wie langjährig engagierte Führungspersonen, kaltgestellt werden – häufig nur, weil sie sich kritisch zur politischen Rückkehr des grünen „Übervaters“ Hubert Ulrich geäußert hatten.

Wir müssen geschlossen auftreten und die verschiedenen Strömungen der Partei mit ihren unterschiedlichen Fachkompetenzen & Fähigkeiten einbinden. Nur so können wir die Entwicklung des Saarlandes erfolgreich mitgestalten. Diese Chance wird momentan verspielt. In den letzten Wochen versuchte die Mehrheit des Landesvorstandes argumentativ an die Geschlossenheit und die Repräsentanz der Breite der Partei zu appellieren.

Das Ergebnis ist jedoch ernüchternd: Offenheit, Ehrlichkeit und Loyalität sind menschliche Qualitäten die aktuell auf Landes- wie auch auf Stadtverbandsebene – und nicht nur in Homburg – verloren gegangen sind. „Es geht um Machtpositionen – koste was es wolle und ohne Rücksicht auf den Verlust fachlicher Expertise von jungen wie älteren Mitgliedern! Das ist ein Politikstil der mir grundlegend widerspricht.“

Und weiter:

„Unter diesen Rahmenbedingungen stehe ich für weitere Führungsaufgaben in der Landespartei nicht zur Verfügung. Selbstverständlich werde ich mich als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat weiter für eine nachhaltige Entwicklung Homburgs engagieren, denn das Wohl der Mitbürger*innen liegt mir sehr am Herzen!“

„Ich danke Markus Tressel und Tina Schöpfer herzlich für ihre gute Teamarbeit im Sinne der Partei und würde mir wünschen, dass mit Tina Schöpfer dieser integrative und kooperative Führungsstil an der Parteispitze fortgeführt wird. Ich halte sie aufgrund ihrer politischen Erfahrung und ihrer Kompetenzen zudem für eine gute Spitzenkandidatin für den Bundestag.“

 

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