Symbolbild

In Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es seit Januar 2021 einen neuen Dachverband: Der Landesverband Erneuerbare Energie (LEE RLP/SL) wird künftig die Interessen der Erneuerbaren bündeln und gegenüber den Landesregierungen in Mainz und in Saarbrücken vertreten. 20 Gründungsmitglieder aus den Bereichen Biogas, Solar, Wasser und Wind, Wasserstoff, Nahwärme- und kommunale Energieversorgung, Bürgerenergie, Wirtschaft und Forschung setzen sich für starke Wirtschaftsregionen im Südwesten ein.

Zur Gründung erklärt Christoph Zeis, Vorsitzender des neuen Landesverbands: „Es ist wichtig, dass Rheinland-Pfalz und das Saarland den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen. Denn Wirtschaft und Gesellschaft vor Ort wollen eine saubere CO2-freie Strom- und Wärmeversorgung. Zunehmend machen Industrie und Gewerbe neue Investitionen davon abhängig. Mit der Gründung eines Landesverbands Erneuerbare Energie bündeln die Sparten der Erneuerbaren ihre Kompetenzen und stärken den Anspruch auf einen beschleunigten Transformationsprozess hin zur Klimaneutralität. Wir müssen entschieden diesen Weg gehen, da uns die Zeit für langes Taktieren fehlt und wirtschaftliche Chancen verloren gehen. Sonne, Wind, Wasser und Biomasse können intelligent vernetzt sowie über die Sektoren gekoppelt den vollständigen Energiebedarf decken. Und das kostengünstiger als fossile Energieträger.“

Auch Staatsministerin Anne Spiegel sieht die großen Potenziale regenerativer Energie: „Mehr als jede zweite erzeugte Kilowattstunde Strom stammt in Rheinland-Pfalz bereits aus Erneuerbaren Energien. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Stromerzeugung bis 2030 bilanziell vollständig aus Energie aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasser gewinnen. Dafür sind beim Ausbau eine Verdopplung der Windenergie und eine Verdreifachung der Solarenergie notwendig. Mit unserer Solar-Offensive stärken wir den Photovoltaik-Ausbau und fördern etwa die Anschaffung von PV-Speichern für Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie Unternehmen. Zudem ist es uns auf der vergangenen Umweltministerinnen- und -ministerkonferenz gelungen, einen Etappenerfolg zur Beschleunigung des Windenergieausbaus zu erreichen. Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen werden beim Artenschutz so bundesweit stärker vereinheitlicht und somit rechtssicherer gestaltet. Klar ist: Zur Erreichung unserer Klimaschutzziele brauchen wir eine erfolgreiche Energiewende und Engagierte auf allen Ebenen“, sagte Ministerin Anne Spiegel und gratulierte dem Landesverband herzlich zu seiner Gründung.

Jürgen Barke, Staatssekretär für Energie, fasst die Planungen für das Saarland zusammen: „Klimaschutz gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Es geht um effektive Maßnahmen, die tatsächlich CO2 einsparen. Unter großen Anstrengungen aller Beteiligten haben wir so u.a. das Ausbauziel von 20% Erneuerbarer Energie bis Ende 2020 erreicht. Die saarländische Landesregierung wird ihre Zusage aus dem Koalitionsvertrag einhalten und zusätzliche Anstrengungen zum weiteren Ausbau unternehmen. Insofern begrüßen wir es, mit dem neuen Dachverband einen kompetenten Ansprechpartner zu erhalten, der die Interessen der gesamten Branche bündelt. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit.“

Für Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie, ist die Unterstützung aus den Landesverbänden wichtiger Bestandteil für erfolgreiche politische Arbeit: „Energiewende ist ein Gemeinschaftsprojekt und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie kann nur gelingen, wenn Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Handwerk die Initiative in ihrer Region ergreifen und den Veränderungsprozess antreiben. Dabei helfen die Landesverbände, die Bedürfnisse und Erfordernisse der Energiewende vor Ort am besten kennen.  Bundes- und Landespolitik müssen dafür verlässliche Rahmenbedingungen geben. Leider hat die EEG-Novelle auf Bundesebene, die am 1. Januar in Kraft getreten ist, dafür nicht gesorgt. Nach wie vor fehlt die Anpassung der Ausbauziele und Festlegung von Ausbaumengen entsprechend eines steigenden Bedarfs an Strom für Elektromobilität, Wärmepumpen, grünen Wasserstoff und höherer EU-Klimaziele. Ohne verbindliche Fahrpläne fehlt den Bundesländern die Grundlage für den Zubau der notwendigen Erneuerbaren Erzeugungskapazitäten. Das fordern wir weiter vehement ein“, so Peter.

Der LEE Vorstand ist das zentrale Austauschforum der regenerativen Energiewirtschaft in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Er besteht aus 17 Mitgliedern, die für zwei Jahre gewählt wurden. Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 50 Verbänden und Unternehmen aus den Branchen der Wind-, Bio- und Solarenergie sowie der Geothermie und Wasserkraft. Wir vertreten auf diese Weise 30 000 Einzelmitglieder, darunter mehr als 5 000 Unternehmen, 316 000 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

Vorheriger ArtikelGemeinde Nalbach erhält Zuschüsse für neue Gewerbeflächen 
Nächster ArtikelOnline-Vortrag: Healing the Nation? Joe Biden und die gespaltenen Staaten von Amerika

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.