Die Freiwillige Feuerwehr eröffnete in Anwesenheit ihres Schirmherrn Bürgermeister Christian Prech die Höcher Kirmes vor der Glanhalle. - Foto: Rosemarie Kappler

Kein Ausgraben der Kerb, kein Schnapstrinken, kein Kerwestrauß, kein Kerwepfarrer und keine Kerwerede. Das konnte auch nicht sein, denn den Höchern mangelte es (nicht nur) am letzten Wochenende ganz klar an einer Straußjugend. Auch Hammeltanz & Co. gehören seit Jahrzehnten der Vergangenheit an.

Trotzdem: Zünftig gefeiert wurde die Höcher Kirmes dennoch an ihrem angestammten kalendarischen Platz, dem zweiten September-Wochenende. Dass sie überhaupt angemessen im Dorf gefeiert werden konnte war der Freiwilligen Feuerwehr und dem SV Höchen zu verdanken. Die Feuerwehrangehörigen um die Löschbezirksführer Dominik Nashan und Patrick Hirsch und der Feuerwehrförderverein mit Karsten Durrang und Michael Gaffga an der Spitze machten am Freitag den Anfang, luden zum Fassbieranstich und gemütlichen Beisammensein vor der Glanhalle ein.

Regengüsse verzögerten zwar den offiziellen Kirmesstart und bremsten doch deutlich und zum Leidwesen der Gastgeber den erwarteten Besucherstrom, doch mehr und mehr setzten sich gute Laune und Fröhlichkeit im aufgestellten Zelt durch. Bürgermeister Christian Prech war als Schirmherr zugegen und brauchte diesmal nur einen einzigen Schlag hin zum schäumenden Gerstensaft. Zweimal, so berichtete er, war er bereits Opfer von Sabotageakten mit manipuliertem Zapfhahn und angesägtem Hammer. Diesmal aber funktionierte alles reibungslos uner den wachsamen Augen der genannten Gastgeber, des Ersten Beigeordneten Thorsten Müller, Orstvorsteherin Eva-Maria Scherer und einer Reihe von Orts- und Stadträten und politischen Mandatsträgern. Die restlichen Anwesenden rekrutierten sich aus den Reihen der Feuerwehr und der übrigen Bürgerschaft.

Ortsvorsteherin Scherer bedauerte zwar, dass der Kirmes inzwischen viel vom einstigen Brauchtum abhanden gekommen sei, dass sich aber immer wieder Freiwillige von Feuerwehr und Vereinswelt fänden, um die Kirmes als Fest für die Dorfgemeinschaft am Leben zu halten, fand sie einfach nur großartig und bemerkenstwert. An die Höcher appellierte sie, die Küche am Wochenende kalt zu lassen und stattdessen die Angebote bei der Feuerwehr und beim SV Höchen zu nutzen.

Bürgermeister Prech lenkte den Blick vor allem auf die Doppelbelastung der Freiwilligen Feuerwehr. Deren Aktiven stünden an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr parat zur Gefahrenabwehr bei steigenden Einsatzzahlen. Die jüngsten Starkregenereignisse hätten dabei selbst ihr eigenes Gerätehaus unter Wasser gesetzt. Dennoch hätten sie noch den Enthusiasmus aufgebracht, um ein solches Fest für die ganze Dorfgemeinschaft zu organisieren. Das verdiene allergrößten Respekt.

Danach war angezapft, und Bier und Musik liefen bis zum Zapfenstreich. Laut Facebook – und auch ganz real – war die CDU Bexbach „hier“, was ihr bis zum Samstagnachmittag zwölf Likes einbrachte (einen auch von der CDU Bexbach), und was die Bilder klar belegten; die SPD Bexbach fühlte sich „fröhlich“ und bedankte sich, wie auch der große politische Mitbewerber, bei den Feuerwehrleuten. Ab Samstag dann schlug dem SV Höchen die Kerwestunde. Nachmittags fanden die Kerwespiele gegen die SG Bexbach statt und danach sorgte Sportheim-Wirt Marcel Bungert dafür, dass zwei der wichtigsten Bräuche der Höcher Kirmes bis zum Dienstag fortleben durften: Das „Frühschopp“ und das „Guddgess“.

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