Wenn sich am Samstag, 7. März 2026, ab 10 Uhr die Türen des Laborgebäudes H auf dem Campus der Hochschule Kaiserslautern öffnen, steht ein Bereich im Mittelpunkt, der in vielen Branchen gerade neu gedacht wird: die Verfahrenstechnik. In einem der modernsten Hochschullabore Europas lädt die Hochschule zu einem Impulstag ein, der aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Industrie zusammenführen soll – praxisnah, kostenlos und offen für verschiedene Zielgruppen.
Initiiert wird der Impulstag von Prof. Dr.-Ing. Wulf Kaiser, Studiengangsleiter des berufsbegleitenden Masters Prozesstechnik sowie der dualen Studiengänge Angewandte Ingenieurwissenschaften. Hintergrund ist der tiefgreifende Wandel, in dem sich die Verfahrenstechnik befindet: Themen wie nachhaltige Energie, Wasserstofftechnologie, digitale Prozessoptimierung sowie Sicherheit und Effizienz in verfahrenstechnischen Anlagen gewinnen in Unternehmen und Forschungseinrichtungen an Bedeutung.
Die Veranstaltung richtet sich an Studieninteressierte, Berufstätige, Studierende und Alumni. In mehreren Keynotes sollen zentrale Problemstellungen aufgezeigt, aktuelle Entwicklungen der Prozess- und Verfahrenstechnik vorgestellt und berufliche Perspektiven in diesem Feld beleuchtet werden. Das Know-how aus den Fachvorträgen ist ausdrücklich darauf ausgelegt, Impulse für den eigenen Berufsalltag zu geben und sich direkt in der Praxis anwenden zu lassen.
Inhaltlich deckt das Programm ein breites Spektrum ab. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Wärmepumpen in der Industrie. Unter dem Titel „Wärmepumpen in der (Prozess)industrie“ erläutert Prof. Dr.-Ing. Victor López López, warum der entscheidende Hebel nicht im Einfamilienhaus, sondern in industriellen Anwendungen liegt. „Wir werfen einen Blick auf die Physik dahinter: Wärme entgegen dem Temperaturgefälle transportieren. Von den physikalischen Grenzen über industrielle Anwendungen wie die mechanische Brüdenverdichtung bis hin zu den Wärmepumpen, die wir an der Hochschule Kaiserslautern für die Heizung unseres modernen Laborgebäudes betreiben“, heißt es in der Ankündigung.
Ein weiterer Vortrag widmet sich der Sicherheit von Anlagen. Unter dem Titel „Zukunft der Anlagensicherheit“ beschreibt Prof. Dr.-Ing. Wulf Kaiser den technologischen Wandel in diesem Bereich: „Erlebe den technologischen Wandel vom klassischen HAZOP-Verfahren hin zur effizienten, semi-quantitativen LOPA-Methodik. Wir zeigen Euch, wie KI und Digitale Zwillinge die Anlagensicherheit revolutionieren, um die Effizienz massiv zu steigern sowie Kosten nachhaltig zu senken.“ Damit rücken auch digitale Werkzeuge und neue Methoden in den Fokus, die in der Industrie zunehmend eingesetzt werden.
Mit Wasserstoff beschäftigt sich Prof. Dr.-Ing. Stephan Werth in seinem Beitrag „Wasserstoff – Treibstoff der Zukunft“. Er betont die technischen und politischen Herausforderungen: „Ingenieure sind es gewohnt sich technischen Herausforderungen zu stellen. Bei Wasserstoff sind es z.B. die Herstellung, Speicherung und auch spätere Verwendung in verschiedensten Anwendungen. In jedem dieser Punkte können Verbesserungen die Wertschöpfungskette entscheidend verbessern. Neben technischen Herausforderungen sind es besonders die politischen Rahmenbedingungen, die bei Wasserstoff eine große Rolle spielen und mit denen Ingenieure ebenfalls umgehen müssen.“
Strömungsmechanik und ihre Phänomene stehen im Mittelpunkt des Vortrags „Faszination Strömung: Das Phänomen Kavitation“ von Prof. Dr.-Ing. Norbert Gilbert. „In unserem hochmodernen Strömungslabor geben wir exklusive Einblicke in die Betriebscharakteristik von Kreiselpumpen und Armaturen. Auch können verschiedenste Anlagenkonfigurationen nachgestellt und Kavitation messtechnisch untersucht werden. In kompakten Live-Demonstrationen zeigen wir an einem Prüfstand auf Spitzenniveau, wie physikalische Phänomene der Strömungsmechanik sichtbar und beherrschbar werden“, heißt es in der Ankündigung.
Ergänzt werden die Fachvorträge durch Laborführungen, Live-Versuche im neuen Labor für Strömungstechnik, Einblicke in die moderne Gebäudeinfrastruktur sowie Anwendungen von Virtual Reality in der Prozesstechnik. So sollen theoretische Inhalte direkt mit praktischen Demonstrationen verknüpft werden. Veranstaltungsort ist das Laborgebäude H auf dem Campus der Hochschule Kaiserslautern in der Forellenstraße 2, wo kostenlose Parkmöglichkeiten direkt am Gebäude zur Verfügung stehen.
Die Teilnahme am Impulstag der Verfahrenstechnik ist kostenfrei. Das detaillierte Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung sind online unter www.master-verfahrenstechnik.de zu finden.



















