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Symbolbild - Foto: Tim van der Kuip
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Zum Jahresende blickt die Saarwirtschaft mit wenig Schwung und noch weniger Zuversicht nach vorn. Die Geschäfte laufen in vielen Branchen nur mittelmäßig, in einigen Bereichen deutlich schlechter. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Saarland, an der sich im Dezember rund 300 Unternehmen mit zusammen gut 100.000 Beschäftigten beteiligt haben. Die Ergebnisse zeichnen ein Bild einer Wirtschaft, die auf der Stelle tritt und zugleich Sorge vor einem weiteren Abrutschen hat.

Der IHK-Lageindikator, der die aktuelle Geschäftssituation der Betriebe zusammenfasst, ist im Vergleich zum Vormonat um 2,8 Punkte auf minus 5,6 Zähler gefallen. Es ist der schlechteste Wert des Jahres, vergleichbar negative Einschätzungen gab es zuletzt während der Coronakrise 2020. Besonders deutlich trübt sich die Stimmung in den industriellen Kernbranchen Stahl und Automotive ein, die weiterhin unter starkem Transformations- und Wettbewerbsdruck stehen. Auch die Logistik meldet schwächere Bewertungen. Von einer Erholung ist die Saarwirtschaft damit weit entfernt.

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Noch düsterer fällt der Blick nach vorn aus. Der IHK-Erwartungsindikator, der die Einschätzung der Unternehmen für die kommenden Monate abbildet, gab um weitere 1,7 Punkte nach und liegt nun bei minus 15,5 Zählern. „Die Konjunktur an der Saar kommt nicht vom Fleck – und sie droht weiter abzurutschen. In Industrie und Teilen des Dienstleistungsgewerbes verschärft sich die Lage spürbar. Hohe Standortkosten, lähmende Bürokratie, wachsende Risiken und eine schwache Nachfrage drücken Investitionen und Konsum. US-Zölle und unsere schwindende internationale Wettbewerbsfähigkeit bremsen den Export zusätzlich. Impulse kommen derzeit fast nur noch aus staatlichen Ausgaben – das ersetzt keine private Dynamik. Und ist ein Weckruf: Wenn wir jetzt nicht entschieden handeln, verlieren wir weiter Substanz“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé.

Insgesamt bewerten derzeit 20 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut, 54 Prozent sprechen von einer befriedigenden Situation, 26 Prozent melden schlechte Geschäfte. Im Verarbeitenden Gewerbe ergibt sich inzwischen ein mehrheitlich befriedigendes Bild, doch die energieintensiven Gießereien berichten überwiegend von einer schlechten Lage. In keiner Industriebranche laufen die Geschäfte nach IHK-Angaben wirklich gut. Im Dienstleistungsgewerbe melden 77 Prozent der Unternehmen gute oder befriedigende Geschäfte. Positiv sticht allerdings nur die IT-Branche hervor. Banken und Versicherungen, unternehmensnahe Dienstleister sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe beschreiben ihre Lage als befriedigend. Im Transportgewerbe macht sich die schwächere Industriekonjunktur zunehmend bemerkbar. Im Handel führt die Kombination aus Konsumzurückhaltung und hohen Kosten zu einem uneinheitlichen Stimmungsbild.

Mit Blick auf die kommenden sechs Monate überwiegt in der Saarwirtschaft die Skepsis. Nur 6 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 21 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Die große Mehrheit von 73 Prozent geht von einer stagnierenden Entwicklung aus. Thomé kritisierte in diesem Zusammenhang die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen in Berlin: „Die bisherigen Beschlüsse der neuen Bundesregierung sind gemessen am Reformbedarf enttäuschend. Der angekündigte ‚Herbst der Reformen‘ ist für die Wirtschaft weitgehend ausgeblieben – und damit wurden Erwartungen nicht erfüllt. Ein Kurs, der Wachstum, Modernisierung und Verteidigungsfähigkeit überzeugend zusammenbringt, ist bislang nicht erkennbar. Während Staatsausgaben und Schulden weiter steigen, stagnieren private Investitionen und die Wirtschaftskraft bleibt schwach.“

Aus Sicht der IHK Saarland braucht es nun deutlich stärkere Impulse. „Wir brauchen jetzt einen echten Kurswechsel – keine weiteren Trippelschritte. Vor allem braucht es eine Entfesselungsoffensive: radikaler Bürokratieabbau, schnellere Verfahren, verlässliche und wettbewerbsfähige Kosten- und Abgabenstrukturen sowie klare Anreize für Innovation und Beschäftigung. Wenn jetzt nicht entschieden nachgelegt wird, verspielen wir Wachstum – und am Ende Arbeitsplätze“, erklärte Thomé. Die Politik müsse „endlich konsequent in den Gestaltungsmodus wechseln – mit Strukturreformen, die die Angebotsseite stärken und private Investitionen wieder lohnend machen. Bürokratieabbau und Deregulierung, spürbar niedrigere Steuern und Sozialabgaben sind keine Wunschliste – das ist die Voraussetzung, um das Ruder herumzureißen“.

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Die IHK sieht die Saarwirtschaft damit an einem Punkt, an dem staatliche Ausgaben allein nicht mehr ausreichen, um die Schwächephase zu überbrücken. Ohne spürbare Entlastungen und verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen droht nach Einschätzung der Kammer eine längere Phase geringen Wachstums, in der Investitionen ausbleiben und die Wettbewerbsfähigkeit weiter nachlässt. Die aktuelle Umfrage macht deutlich, wie eng die Spielräume vieler Betriebe bereits geworden sind – und wie groß die Erwartungen an die Politik bleiben.